Erstaunlich wenig war in diesem Wahlkampf von der Jugend die Rede. Die Zeiten, da man Erstwähler/-innen als Hauptzielgruppe der Wahlwerbung ansah, scheinen vorbei. Wen wundert es auch, werden doch heutzutage in einem Jahr nur halb so viele Menschen in Österreich geboren als vor 30 Jahren. Bei den Älteren gibt es viel mehr an Stimmen zu holen.
D ie Kirche begeht zu Christkönig den Jugendsonntag. Immer weniger Menschen haben heute Jugenderfahrungen. Wie über Fremde, so reden Erwachsene heute von Jugendlichen – so, als wären das Menschen, vor denen man Angst haben müsste, deren Lebensweisen und Ansprüche einem nicht geheuer sind. Wo Jugendliche in größerer Zahl auftreten, werden sie fast als Störenfriede betrachtet. Man möchte, dass sie möglichst schnell hineinwachsen in die Gepflogenheiten der „Erwachsenenwelt“ und dass sie bald sehr vernünftig werden. Brav soll sie sein – die Jugend. Und berechenbar. Brauchbar für den Bedarf des Marktes. Lernen sollen sie, wozu sie die Wirtschaft braucht, frühzeitig sollen sie sich zurechtbilden. Man wird sie brauchen. Schließlich sollen sie eines Tages die Gesellschaft tragen, sie werden die Pensionen zahlen. Sie werden nützlich sein.
Besser allerdings wäre, sie schon jetzt zu achten. Jugendliche, und seien sie noch so „stachelig“, brauchen vor allem Geborgenheit. Es ist nicht alles gut, weil es gängig ist. Im Anderssein Jugendlicher liegt ein Stück Hoffnung für eine bessere Welt. Wie gut, dass es sie gibt – die Störenfriede.
Im Anderssein Jugendlicher liegt ein Stück Hoffnung für eine bessere Zukunft.