Pfarre, Stadt, Stift St. Florian und das Denkmalamt arbeiten zusammen
Ausgabe: 2003/13, Ebelsberg
26.03.2003
- Heinz Niederleitner
Die Pfarre Ebelsberg hat den Plan, das Pfarrzentrum zu verlegen, aufgegeben. Statt dessen setzt man auf den alten Standort, dessen Umbau wichtige Impulse für das Ebelsberger (Pfarr-)Zentrum bringen wird.
Seit Juli vergangenen Jahres ist der Augustiner Chorherr Mag. Reinhard Bell Pfarrer von Linz- Ebelsberg und schon ist er in tief greifende Entscheidungen für die Zukunft eingebunden. Dabei werden die künftigen Entwicklungen nicht nur die Pfarre betreffen: Wo heute der Pfarrhof steht, soll im Zentrum ein Pfarrplatz entstehen.
„Linz-Ebelsberg gehört zu den größten Pfarren der Diözese Linz“, erläutert Bell. Gerade in den letzten Jahren ist Ebelsberg stark gewachsen: Im Süden wurde eine große Wohnsiedlung errichtet. In der Folge gab es Überlegungen, den Pfarrhof, das sich im engen Zentrum befindet, zum Friedhof in den Süden zu verlegen. Auch eine größere Kirche sollte errichtet werden.
Bei vielen Ebelsbergern erweckte dies Sorgen. Durch die räumliche Enge des Zentrums (seit einiger Zeit fährt auch die Straßenbahn durch), sind wenige Parkplätze vorhanden. Dies wirkt sich ungünstig auf die Geschäftswelt aus. Die Vorstellung, dass auch die Pfarre das Zentrum verlassen könnte, sorgte für Unruhe in Ebelsberg.
Der Pfarrgemeinderat hat sich nun dafür ausgesprochen, den alten Standort beizubehalten. An der Stelle des 40 Jahre alten Pfarrhofes soll ein Kirchenplatz entstehen. Die Kirche mit der Jugendstilapsis von 1910 könnte größer werden, um auch für die großen Feste ausreichend Raum zu bieten. Auch für die Ebelsberger Vereine und Gruppierungen steht das neue Pfarrzentrum offen.
Ein Platz zum Leben
„Vor allem aber soll ein Platz zum Leben entstehen“, betont Pfarrer Bell. Aber nicht nur für den Johannes-Kirchtag – der Pfarrplatz soll ein identitätsstiftendes Zentrum von Ebelsberg werden und auch zur Belebung der Geschäftswelt beitragen. Für diese Vorhaben hat die Pfarre starke Partner an Land gezogen: Bürgermeister Franz Dobusch hat mit den beiden Vizebürgermeistern Dyk und Obermayr einen Lokalaugenschein durchgeführt. Die Stadt Linz schreibt einen Architektenwettbewerb für die Gestaltung des Pfarrzentrums aus. Auch das Denkmalamt ist bereits involviert.
Aus einem anfänglich rein pfarrlichen Projekt werden so wichtige Akzente für ganz Ebelsberg gesetzt. „Wir sind auch in Richtung evangelischer Christen offen“, sagt Bell. Ein ökumenisches Pfarrzentrum mit Räumen für beide Pfarren ist von katholischer Seite aus eine verwirklichbare Möglichkeit.
In einigen Jahren, wenn alle Pläne fix sind und auch die Finanzierung abgeklärt ist, soll dieses Projekt Realität werden, träumt Pfarrer Bell!