Da steht eine Zille mitten im Kirchenraum der Pfarre Linz-Guter Hirte. Was hat sie da zu suchen? Für „liturgisch intensive“ Zeiten wie den Advent und die Fastenzeit versucht der Liturgiekreis der Pfarre immer, ein durchgängiges Thema, einen „roten Faden“ zu finden. Ursula Wiesinger erläutert, was es mit der Zille in der Kirche und dem roten Faden auf sich hat: „Grundlage für den roten Faden bilden immer die jeweiligen Bibelstellen in den relevanten Zeiten.“ Am ersten Fastensonntag beispielsweise kam in der ersten Lesung die Genesisstelle (9,8–15), da Gott mit Noah und den Seinen, die mit ihm aus der Arche (= Boot) gestiegen sind, einen neuen Bund schließt. Am dritten Fastensonntag ist jene Stelle zur ersten Lesung an der Reihe, in der Gott Mose die zehn Gebote übergibt (Ex 20,1–17). „Oft müssen wir auch etwas über Bord werfen, um einen neuen Weg zu gehen. So kommt in den Bibelstellen immer wieder zum Ausdruck, dass unser Gott weder Menschen- noch Tieropfer will. Gott zieht sich nicht zurück, er sitzt bei uns im Boot“, erläutert Wiesinger die Bedeutung des roten Fadens in der Fastenzeit. „Wir sitzen alle in demselben Boot. Jeder ist eingeladen, in das Boot zu steigen, und muss dafür nicht besondere Verdienste erbringen.“ Mit der Zille in der Kirche wird der Bogen der Lesungen repräsentiert: ein roter Faden durch die Fastenzeit.