Ob und inwiefern biblische Stoffe noch Themen in der Literatur sind und in welcher Weise sich Schriftsteller und Schriftstellerinnen heute mit biblischen Stoffen auseinander setzen, war die Thematik der Jahrestagung der oberösterreichischen Bibliothekarinnen und Bibliothekare am 5. April im Bildungshaus Puchberg. 150 ehrenamtliche Bibliotheksmitarbeiter/innen nahmen an der von der diözesanen Bibliotheksfachstelle veranstalteten Tagung teil.Über Jahrhunderte bis heute hat die Bibel Schriftsteller und Dichter inspiriert. Während in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts literarische Nacherzählungen biblischer Stoffe vorherrschten, sind die Zugänge der Schriftsteller heute kreativ und spielerisch, oft mehr frech als fromm, sagte die Referentin des Tages, die „Furche“-Redakteurin Dr. Brigitte Schwens-Harrant. Doch uninteressant sind biblische Themen keineswegs geworden, sie boomen heute in der Literatur, stellte Schwens-Harrant fest.
Quelle der Inspiration
Heutige Literatur hat sich von der kirchlichen Tradition emanzipiert, sie verfremdet biblische Texte oder verwendet sie als Folie für andere Geschichten. Jedenfalls, so Schwens-Harrant, werden auch geschulte Bibelleser zum Nachdenken angeregt und Nicht-Bibelleser können neugierig werden, wie es eigentlich im Original steht. Freilich stehen die Texte auch ganz für sich und wer die Inspirationsquelle nicht kennt, kann solche Texte ganz ohne diesen Hintergrund lesen und verstehen.In einem informativen Teil der Tagung stellte sich Bildungs-Landesrat Dr. Walter Aichinger einer Diskussion. Gegenstand waren die finanzielle Förderung von Volksschulbibliotheken und Möglichkeiten einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Öffentlichen Bibliotheken und Schulen.Musikalisch umrahmt wurde die Tagung von dem Frauenquartett „Blue voices“, das mit Gospelinterpretationen beeindruckte.