Die Caritas verzeichnet eine Zunahme der Hilfesuchenden im Inland
Ausgabe: 2003/16, Caritas, Spenden
15.04.2003
- Ernst Gansinger
Eine der vielen Caritas-Einrichtungen, die wesentlich auch aus Spendengeldern finanziert werden, ist das Haus für Mutter und Kind in Linz.
Hierher kommen Frauen, die nicht mehr weiterwissen, von zu Hause ausziehen müssen, Frauen mit Kindern auf der Suche nach Geborgenheit, Unterstützung und Beratung. Es sind immer mehr junge Mütter unter ihnen. Etwa die zwanzigjährige Frau K. Ihr Freund kam wegen Einbruch in Haft, als sie schwanger war. Sie war damals 17. Die Schwangerschaft verlief normal. Als das Baby zwei Wochen alt war, kam der Freund aus dem Gefängnis. Er drohte, ihr das Kind wegzunehmen. Der Freund kam abermals ins Gefängnis, dieses Mal wegen Körperverletzung. Sie war damals zum zweiten Kind schwanger. K. entschloss sich in Zusammenarbeit mit der Jugendwohlfahrt, ins Haus für Mutter und Kind zu ziehen. Hier wurde sie in schwierigen Lebenssituationen begleitet. Auch ein Arbeitsplatz wurde für sie gefunden, der sich mit Kindergarten und Krippenöffnungszeiten vereinbaren ließ.Das größte Plus der Caritas ist ihr ehrenamtliches Netzwerk pfarrlicher Mitarbeiter/innen. Natürlich ist auch die Hochwasserhilfe ein Thema anläßlich der Caritas-Haussammlung. Die Hochwasserhilfe geht weiter. So gibt es für sozial bedürftige Bewohner/innen des Wehrgrabens in Steyr eine Mietzinsunterstützung. Die Beratungsstellen der Caritas verzeichnen einen steten Anstieg von Anfragen. Im Jahr 2002 verzeichnete die Caritas mehr als 6.800 Fälle. Die Zahl der betreuten Personen stieg binnen eines Jahres um 360, – über zwölf Prozent. Wie andere Sozialorganisationen warnt die Caritas vor der Überführung der AMS-Versicherungsleistung Notstandshilfe in eine Fürsorgeleistung Sozialhilfe. Sozialhilfe trage laut einer Studie des Sozialministeriums nicht effizient zur Existenzsicherung bei. Die Chancen, wieder eine Beschäftigung zu bekommen, sinken.