„Bei der geplanten Pensionsreform sind Behutsamkeit und Augenmaß gefragt!“, fordert Dr. Karl Straßer, Vorsitzender des Katholischen Familienverbandes Oberösterreich. „Familien dürfen nicht zu den Verlierern zählen. Vor allem Mütter mit Kindern gehören zu den Hauptverlierern der neuen Pensionsreform.“ Laut aktuellem Sozialbericht sind 33 von hundert Frauen teilzeitbeschäftigt. Zwei Drittel der teilzeitbeschäftigten Frauen entscheiden sich aus familiären Gründen zu einer Reduktion der Arbeitszeit. Das bedeutet letztendlich: Für die doppelte Belastung soll es in Anbetracht der geplanten Durchrechnungszeiten nur die halbe Pension geben. Straßer: „Es ist beschämend und skandalös, wenn z. B. für den Militärdienst ein Durchschnittseinkommen als Bemessungsgrundlage für die Pensionshöhe herangezogen wird, für Zeiten der Kindererziehung nur der ASVG-Ausgleichszulagenrichtsatz!“
Alte Menschen in Brasilien
Die Fastenaktion der Kirche in Brasilien hat heuer die alten Menschen zum Thema gemacht, berichtet Pfarrer Christian Mayr in seinem Osterrundbrief (Mayr stammt aus Enns und ist Pfarrer in Barreiras). Brasilien ist ein junges Land, aber auf Grund des medizinischen Fortschritts und der Familienplanung steigt auch dort der Anteil der über 60-jährigen Menschen: 1940 waren 4 % der Bevölkerung über 60 Jahre alt, im Jahr 2000 rund 8 % und 2020 werden es voraussichtlich 15 % sein. (In Österreich waren 2000 20,7% der Bevölkerung über 60 Jahre.) Diese Entwicklung ist eine große Herausforderung für die Gesellschaft in Brasilien, so Mayr: „Wenn sich die Gesellschaft nicht ändert, werden die Alten von morgen sein wie die Straßenkinder heute: im Elend, verlassen, vergessen, ausgegrenzt und manchmal getötet.“