Caritas Linz hilft in Weißrussland vor allem auch durch Bildungsangebote
Ausgabe: 2003/17, St. Lukas, Caritas, Weissrussland, Kinder, Behinderte, Minsk,
22.04.2003
- Ernst Gansinger
Weißrussland ist ein armes Land. Besonders arm sind Menschen mit Behinderungen dran.
Die Caritas der Diözese Linz ist – mit Unterstützung mehrerer Organisationen und von Kirchenzeitungs-Leser/innen – seit 1996 bemüht, genau in diese Armut hinein eine beispielhafte Antwort zu finden: Ursprünglich vor allem als Hospiz für Mütter und ihre krebskranken Kinder gedacht, wird St. Lukas nun viel mehr: Nämlich auch ein Ausbildungszentrum für Menschen, die in den Familien oder von Berufs wegen mit behinderten und pflegebedürftigen Menschen zu tun haben.
Zurückgelassene Kinder
Viele behinderte Kinder, berichtet Mag. Waltraud Gugerbauer von der Auslandshilfe der Caritas Linz, werden in Weißrussland nach der Geburt im Spital zurückgelassen. Den Müttern wird oft von den Ärzten dazu geraten: „Willst du wirklich dein Leben ruinieren?“ Für behinderte Kinder gibt es kaum Unterstützung. Es fehlt am Notwendigsten: vom Wissen der Pflege (heben, waschen ...) bis zum Geld für Hilfsmittel. Rollstühle sind rar, Windeln nicht leistbar. Ein behindertes Kind bedeutet für viele Familien, dass die Frau zu Hause bleiben muss und damit ein Einkommen ausfällt.
„Willst du wirklich dein Leben ruinieren?“ – Im ersten Schock lassen Mütter ihre Kinder im Spital. Deren weiteres Schicksal ist das Kinderheim. Das Pflegepersonal ist nicht ausgebildet und steht auf der sozialen Stufenleiter ganz unten. Für 20 behinderte Kinder gibt es nur zwei Betreuerinnen. Füttern, waschen, säubern – mehr ist nicht drinnen. Kein Streicheln, keine Ansprache. Die Sterberate ist hoch.
Wärme und Kompetenz
Drei polnische Schwestern – „Für mich sind es Heilige“, sagt Waltraud Gugerbauer – sind vor fünf Jahren in ein staatliches Kinderheim nach Schurawitschi gegangen, nördich von Gomel. Jede übernahm eine Gruppe. Was ihre Wärme verbunden mit Pflegekompetenz zu Wege gebracht hat, zeigt, wie viel möglich ist. Zum ersten Mal kamen mit den Schwestern Kinder in den Garten. Zuerst fürchteten sie sich vor dem ungewohnten Gras. Mittlerweile sind mit der Zuwendung der Schwestern 15 Kinder wieder fähig geworden zu gehen. Etliche, die vorher als stumm galten, begannen zu reden.
Eröffnung
Wenn Bischof Maximilian Aichern am 8. Oktober 2003 in Borowljanij nahe Minsk das Zentrum St. Lukas eröffnet, dann eröffnet er Chancen. Chancen für einen Umdenkprozess zu Gunsten behinderter und pflegebedürftiger Menschen. In St. Lukas sollen zunächst Multiplikatoren der Sozialberufe geschult werden. Dann richtet sich das Bildungsangebot auch an Familien ...
Wenn Spender/innen Interesse haben, an der Eröffnung teilzunehmen, besteht die Möglichkeit, sich am Flug der Caritas zu beteiligen. Wir geben Ihr Interesse gerne weiter.
Zur Sache
St. Lukas
Die Caritasverbände der weißrussischen Diözesen sind Partner der Caritas Linz. Seit vielen Jahren ist die Caritas Linz mit unterschiedlichen Projekten in Weißrussland engagiert. „Das Ausbildungszentrum St. Lukas ist überhaupt das Wichtigste in diesem Moment“, sagt die Weißrussland-Koordinatorin der Auslandshilfe der Caritas Linz, Mag. Waltraud Gugerbauer.
Begonnen wurde der Bau von St. Lukas als Hospiz für krebskranke Kinder und ihre Mütter. Im Laufe der Zeit wurde das Konzept ergänzt, um vor allem Hilfe zur Selbsthilfe leisten zu können. Das Projekt ist zu einer auch finanziell großen Herausforderung geworden.
Die Caritas bittet um Ihre Unterstützung: Kto. Nr. 1.245.000, Raiffeisenlandesbank (BLZ 34.000).