Die Kirche ist mit einer Seelsorgestelle in der „Solar City“ präsent
Ausgabe: 2003/17, Solar City, Pichling, Stadtteil,
22.04.2003
- Josef Wallner
Die ersten Mieter beziehen soeben in der „Solar City“ in Linz-Pichling ihre Wohnungen Mit September 2003 wird auch eine erste, vorläufige Seelsorgestelle geschaffen.
Nicht eine Schlafstadt, sondern ein Stadtviertel voll Leben und Lebensqualität soll entstehen – das war die Idee, die von Anfang an hinter der Solar City stand. Und wie die Erfahrungen der Wohnbaugenossenschaften zeigen, geht der Plan auf. Unter den künftigen Mietern ist eine große Freude spürbar und man erlebt eine Bereitschaft, sich für die neue Heimat einzusetzen, so die Organisatoren der Baustelle. „Die Stadtentwicklung ist voller Dynamik, diese Aufbruchstimmung gilt es auch für die Seelsorge nutzen“, erklärt Mag. Peter Zuber, Referent der Diözese Linz für Stadtpastoral. Mit Beginn der Besiedlung soll auch die Kirche in der Solar City präsent sein, war die Grundentscheidung der Diözese. Zuber setzt diese Vorgabe nun in konkrete Schritte um.
Mit 1. September wird ein Pfarrassistent (Teilanstellung) in dem neuen Stadtteil seine Arbeit aufnehmen. Als Basis steht ihm eine Wohnung zur Verfügung. An Arbeit wird es ihm nicht mangeln. Wichtig wird der Aufbau von persönlichen Kontakten sein, so Zuber.
Beziehungen knüpfen
Durch Hausbesuche und bei den vermutlich zahlreichen Mieterversammlungen bietet sich dafür gerade zu Beginn einen Fülle von Gelegenheiten, mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Obwohl die Planungen auch einen Durchmischung der Generationen in der Solar City vorsehen, wird der Stadtteil doch ein junges Gesicht haben. So könnte zu den ersten Aufgaben des Pfarrassistenten bereits die Vorbereitung von Erstkommunionkindern gehören. Zuber: „Meine Hoffnung und mein Wunsch ist, dass die Kirche vor Ort spürbar und erlebbar wird – so gut, wie das zum Beispiel in Auwiesen, ebenfalls in einer neuen Gründung, gelungen ist.“
Kirchenrechtlich gehört die Seelsorgestelle Solar City zur Pfarrexpositur Pichling. Pfarrer Mag. Helmut Kritzinger wird anfangs auch die priesterlichen Dienste übernehmen. Aber das Stift St. Florian, dem die Pfarre Pichling inkorporiert ist, kann wegen Personalmangels die Solar City nicht über längere Zeit betreuen. So hat die Solar City eine Mutterpfarre auf dem Papier, praktisch ist sie aber eine Neugründung.
Auf eigenen Füßen
Diese Art einer Pfarrentwicklung hat es in Linz noch nie gegeben, so Zuber. Bisher sind alle neuen Pfarren durch Begleitung und spätere Abtrennung von einer Mutterpfarre entstanden. Für die neue Seelsorgestelle Solar City wird ein eigener Moderator gesucht. Dass einmal ein zuständiger Pfarrer in der Solar City wohnen wird, ist nicht zu erwarten.
Zur Sache:
Die Kirche in der Mitte
Die rund 1.600 Wohnungen der Solar City werden um ein Zentrum gebaut: mit Begegnungsmöglichkeit, Geschäften, Ärzepraxen und Schule. Auch die – endgültige – Seel-sorgestelle wird in diesem Zentrum ihren Platz haben. Im Herbst 2005 werden alle Bauten fertig gestellt sein und rund 3.000 Menschen in der Solar City leben. Dann soll auch die Seelsorgestelle, die sich jetzt in einer Wohnung befindet, in einem eigenen Bau untergebracht sein. Dafür ist ein Grundstück mit 1.800 Quadratmetern vorgesehen, das die Stadt Linz für diesen Zweck reserviert hat. Zur Zeit laufendie Kaufverhandlungen. Anschließend wird ein Architektenwettbwerb ausgeschrieben. Finanzkammerdirektor Mag. Siegfried Primetshofer kann zu den Kosten des Baus noch keine konkreten Zahlen nennen, er stellt aber klar: „Die Diözese baut in finanziell verantwortbarem Rahmen.“ Soweit steht aber fest: Es wird ein einfacher, zweck-mäßiger Bau mit einem großen Mehrzweckraum, der sich in einen liturgischen Feierraum umgestalten lässt. An einen eigenen „Kirchenraum“ ist nicht gedacht, aber an einen Meditationsraum, der als Werktagskapelle genutzt werden kann. Dazu kommen Gruppenräume und eine Wohnung.