„Wir haben in der Kirche das wunderbare Erbe des Konzils“, betonte der Wiener Weihbischof DDr. Helmut Krätzl bei einem Vortrag in Linz zum Thema „Die Zukunft der alternden Kirchen“. Nur mehr die ältere Generation hat das Konzil bewusst miterlebt, für die Unter-Vierzig-jährigen ist es Geschichte. Mit dem Altwerden der Zeitzeugen dürfe jedoch die Dynamik, die das Konzil für die Kirche gebracht hat, nicht alt werden und in Vergessenheit geraten. Krätzl wies aber nach-drücklich darauf hin: „Trotz aller Probleme, die Kirche ist jünger, als sie erscheint.“ So werde in Afrika eine junge Kirche vor allem in der Liturgie sichtbar. Dort findet das Leben in der lebendigen Feier der Gottesdienste seinen Ausdruck. Und in Süd-amerika kommt vor allem die Theologie aus dem Leben und das halte die Kirche jung. Krätzl rückte auch die Kritik an der Kirche in das rechte Licht: „Wo positive Kritik geübt wird, erscheint die Kirche jung.“ Generell solle die Kirche politischer agieren und mutiger für die Menschen am Rand eintreten, fordert Krätzl und gleich-zeitig – das ist für ihn kein Gegensatz – „mehr von Gott und weniger von der Moral reden“. Der Wiener Weihbischof an die Adresse der Menschen, die sich mit Veränderungen in der Kirche schwer tun: „Den Alten in der Kirche wünsche ich Träume, nicht Albträume.“