Man schrieb 1943 und es war Krieg. Um der geistigen Not etwas entgegenzusetzen, wurde das Katholische Bildungswerk ins Leben gerufen. Am 26. April wurde in Puchberg gefeiert, was in 60 Jahren daraus geworden ist.
Für viele war es die übliche „Jahrestagung“. Im neuen Festsaal des Bildungshauses Schloss Puchberg gesellten sich am Samstag, 26. April zu den rund 280 Bildungswerkverantwortlichen aus den Pfarren die Ehrengäste dazu. „Wir engagieren uns für ein gesellschaftliches Klima, in dem Vertrauen, Herzlichkeit und Offenheit zählen“, lautet die Linie des Katholischen Bildungswerkes in der Diözese Linz. Bei 4.000 Veranstaltungen im Jahr wird das konkret. Was sich seit dem 12. Jänner 1943, als im Alten Dom zu Linz der erste Bildungswerk-Vortrag stattfand, entwickelte, kann sich in der Tat sehen lassen: 6.000 Kinder nehmen vierzehntäglich an Veranstaltungen in den KBW-„SPIEGEL-Gruppen“ für Eltern und Kindern teil. Mit „Szenario“ ermöglicht das Bildungswerk, dass auch Menschen in abgelegeneren Gegenden am Kulturleben im Land teilnehmen können. Rund 160.0000 Menschen besuchen jährlich in Oberösterreich einen Bildungswerk-Vortrag oder nehmen an einem Seminar teil. Für Menschen ab 55 bietet das Bildungswerk das Programm „SelbA“, an, das mehr Lebensqualität im Alter bringen will. Bischof Maximilian Aichern würdigte vor allem das „spirituelle Netzwerk“ des Bildungswerkes, die zeit- und menschengemäße Arbeitsweise dieser größten kirchlichen Bildungseinrichtung in Oberösterreich. „Nicht der wissende Mensch, der liebende Mensch ist das Ziel des Katholischen Bildungswerkes“, betonte Dr. Günther Leitner als Leiter des Bildungswerkes. Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer wies auf die Rolle des Bildungswerkes als „Nahversorger“ im Bildungs-, Kultur- und Dienstleistungsland Oberösterreich hin, das auch bei umstrittenen Themen tätig sei.
Zur Sache
„Man kann nicht spirituelle Erfahrungen machen wollen – und die Welt zum Teufel gehen lassen“, meinte Dr. Gotthard Fuchs bei der KBW-Jahrestagung. Das Christentum müsse überraschungsfähig und offen werden für neue Zeiten und neue Begegnungen.Gott lässt sich nicht verteidigen oder besitzen wie Eigentum.