Ausgabe: 2003/19, Gerechtigkeit, Streik, Regierung, Menschen
06.05.2003
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Mit dem Streik an Schulen und in Betrieben haben die Proteste gegen die von der Regierung beschlossene Pensionsreform am Dienstag, 5. Mai ihren Höhepunkt erreicht. Dabei sitzen die Hauptbetroffenen der Reform kaum am Tisch: Es sind die Jugendlichen und Kinder, die nach Auslaufen aller Übergangsregelungen mit dem neuen Pensionssystem leben werden. Sie werden selbst weniger an Pension bekommen, werden aber für die dann viel größere Zahl der älteren Menschen mehr zahlen müssen. Was sich Menschen, die jetzt in Pension gehen herausholen, werden ihre Kinder zu zahlen haben. Die Balance zu finden für Gerechtigkeit unter den Bevölkerungsgruppen und Generationen, bleibt die Herausforderung. Wenn die Gesellschaft auf einen bescheideneren Lebensstil hinsteuert, dann muss das auf gerechte Weise geschehen. Und es braucht Phantasie, was ausser Geld noch zu mehr „Lebenswert“ im Alter betragen kann. Darf man auch hier von der Politik Antworten erwarten?