Univ.-Prof. DDr. Peter Fonk (3. von rechts), Moraltheologe an der Universität Passau, mit Seelsorgern aus Bayern und Österreich sowie dem Passauer Domorganisten Hans Leitner (2. von rechts), der beim bayerisch-österreichischen Seelsorger/innen-Treffen im Stift Reichersberg die Vespergesänge an der Orgel begleitete.
Einen spannenden geschichtlichen Abriss über die Stellung der Kirche zu Krieg und Frieden bot der Moraltheologe Prof. Peter Fonk den 75 Teilnehmer/innen am österreichisch-bayerischen Seelsorger-Treffen in Stift Reichersberg.
Die Terroranschläge des 11. September und die Kriege, die die USA daraufhin in Afghanistan und gegen den Irak führten, gaben dem Thema eine besondere Aktualität. Die frühe Christenheit stand den Fragen zu Krieg und Militärdienst nicht ablehnend, aber doch sehr reserviert gegenüber, betonte Univ.-Prof. DDr. Peter Fonk von der Universität Passau. Mehr als 1500 Jahre bestimmte aber dann die Lehre vom „gerechten Krieg“ das Nachdenken der Kirche, unter welchen Umständen ein Krieg als sittlich erlaubt angesehen werden kann. Bereits zu Beginn der Neuzeit erfuhr die Lehre vom „gerechten Krieg“ durch spanische Theologen eine fundamentale Wandlung, sodass nur noch im übertragenen Sinn ein Krieg als gerecht gelten konnte. Endgültig von der traditionellen Lehre vom „gerechten Krieg“ hat sich die Kirche mit der Enzyklika „Pacem in terris“ von Johannes XXIII. verabschiedet und durch die Lehre vom gerechten Frieden ersetzt. Die „gerechte Verteidigung“ erhält aber innerhalb der umfassenden kirchlichen Friedensethik ihren Platz, so Fonk. Papst Johannes Paul II. lässt auch nach dem Irakkrieg nicht davon ab, den Frieden einzumahnen. Er weist vor allem auf die Menschenrechte hin: Der Friede führe sich auf die Achtung der Menschenrechte zurück.