Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer eröffnete die Ausstellung „Wert des Lebens“. Schloss Hartheim bleibt auf Dauer Lern- und Gedenkort. Von Herbert Friedl stammt das künstlerische Konzept.
Foto: Matthäus Fellinger
Mit einem feierlichen Festakt eröffnete Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer am 7. Mai die Landes-Sonderausstellung „Wert des Lebens“ am Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim. „Ja zum Leben zu sagen heißt, dies uneingeschränkt zu tun“, betonte Prof. Dr. Josef Weidenholzer von der Universität Linz. Prof. Gitta Sereny, London, zeigte die Rolle der Täter von Hartheim und der anderen Euthanasie-Orte des NS-Reiches auf. Hitler habe seinen Entschluss, Menschen mit Behinderungen töten zu lassen, schon 1935 gefasst, aber noch bewusst bis Oktober 1939 gewartet. Sodann habe er mit dem einzigen von ihm selbst unterschriebenen Wortbefehl das Euthanasieprogramm gestartet. Mindestens 80.000 Menschen mit Behinderungen wurden getötet, davon in Hartheim 18.269, und zwar bis 1941. Dann wurde das Programm nach Erreichen der Zielsetzung eingestellt. Hartheim wurde sodann zur Tötungsanstalt für Gefangene aus Konzentrationslagern. Nur zwei Stunden dauerte es, wenn jemand nach Hartheim kam, bis zur Verbrennung der Leichen. Essen für die Gefangenen oder Kranken brauchte man nicht. Zur Ausstellung hat auch Bischof Maximilian Aichern dringlich eingeladen. Pfarren oder Pfarrgemeinderäte sollten sie sich unbedingt ansehen, meinte er am 8. Mai vor den Dechanten.