Verleihung des Solidaritätspreises der Kirchenzeitung im Linzer Landhaus
Ausgabe: 2003/21
21.05.2003
- Josef Wallner
DIE AUSGEZEICHNETEN:
EINZELPERSONEN: Bild 1: Franz Mayringer, Ried im Innkreis Maria Ritter, Ried im Innkreis Hermann Hochreiter, Gunskirchen
Bild 2: Mag.a Ruzica Milicevic, Bad Ischl
Bild 3: Prof. Josef Schmied, Ebensee
Bild 4: SR Franz Luftensteiner, Schwertberg Marianne Kaindl, Baumgartenberg Elisabeth Fuchshuber, Ansfelden KonsR Dr. Alexander Kronsteiner, Steyr (in Vertretung)
JUNGE PROJEKTE: Bild 5: Projekt "ESPERANZA", Stiftsgymnasium Kremsmünster Bild 6: Hauptschule Gaspoltshofen Bild 7: Team der Clearingstelle der Volkshilfe OÖ, Linz
GRUPPEN: Bild 8: Theatergruppe "Schräge Vögel", Linz Bild 9: Solararbeitskreis der Pfarre Guter Hirte, Linz Bild 10: BKMF, Bundesverband Kleinwüchsiger Menschen und ihre Familien, St. Marien
SONDERPREIS "SOLIDARITÄT IM WIRTSCHAFTSLEBEN" Bild 11: Firma Fröling, Heizkessel- und Behälterbau GesmbH, Grieskirchen OÖ. Ferngas AG
Bild 12: Musikalisch gestaltet wurde der Festakt von den Florianer Sängerknaben unter der Leitung von Prof. Mag. Franz Farnberger.
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH UND DANKE!
„Ich finde es hoffnungsvoll, dass uns das Wort Solidarität mit vielen gesellschaftlichen Kräften wie zum Beispiel den Gewerkschaften verbindet“, betonte Bischof Maximilian Aichern bei der Verleihung des 10. Solidaritätspreises derKirchenzeitung.
Insgesamt sechs Gruppen, zwei Unternehmen und neun Einzelpersonen wurden am 15. Mai 2003 im Linzer Landhaus für ihr solidarisches Handeln geehrt. (Die Preisträger/innen wurden bereits in der vergangenen Ausgabe der KIZ einzeln vorgestellt.
Im Festreferat ging Bischof Aichern besonders auf die aktuellen Herausforderungen der Solidarität ein: „Es darf zu keinem Sozialabbau kommen. Es geht angesichts von gesellschaftlichen Veränderungen und manchen finanziellen Engpässen um einen Sozialumbau, als dessen Ergebnis aber ein Mehr an Gerechtigkeit stehen muss.“ Zur laufenden Pensionsreform mahnte der Bischof „ein gutes Zeitmaß für die Konsensfindung“ ein.
Eine zentrale Thematik sei die Solidarität im Wirtschaftsleben, so Österreichs Sozialbischof Aichern: „Hier haben wir es nötig, noch tiefer zu bohren.“ Die Solidarität ist ein zentrales Anliegen der Weltentwicklung. Die Solidarität der Wirtschaft und der Medien muss Hand in Hand mit einer Globalisierung der Herzen gehen. „Wir brauchen ein Zusammenwachsen der Gesellschaft – in gegenseitiger Achtung und Verantwortung, besonders auch für die an den Rand Gedrängten und Wehrlosen“, fordert der Bischof nachdrücklich.
Gesetz oder Freiwilligkeit
Obwohl Landesrat Josef Ackerl den Solidaritätspreis als Auszeichnung für ehrenamtlichen Einsatz seit 1995 unterstützt, legte er in seinen Ausführungen den Schwerpunkt auf eine „Solidarität, die in Gesetze gegossen ist“. Das Schlimmste, was Menschen erleiden können, ist die Angst vor der Zukunft und die Angst, mit dem, was sie monatlich verdienen, nicht vorsorgen zu können. Die solidarische Pflichtversicherung ist notwendig. Solidarität darf nicht nur auf Freiwilligkeit beruhen, so Ackerl.
Bereitschaft sich für den anderen einzusetzen, ist keineswegs ausschließlich bei den großen Katastrophen notwendig, sondern auch bei den vielen Schwierigkeiten des Alltags, erinnerte Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer: „Wir nehmen oft das Wort soziale Wärme in den Mund. Diese Wärme kommt vom Helfen.“ Wo immer geholfen werde, würde Abhängigkeit abgebaut und Menschen zu mehr Freiheit verholfen.
Not zu lindern sei Aufgabe des Staates und des Einzelnen. Das Land Oberösterreich bekenne sich dazu. Pühringer: „Wer die Budgets ansieht – das sind die Bücher der Wahrheit – wird merken, dass in keinem Bereich des Landes die Aufwendungen so sehr gestiegen sind wie im Sozialen.“ Neben der guten Sozialpolitik des Landes seien aber die vielen Helfer/innen und Institutionen unverzichtbar, dankt der Landeshauptmann allen Preisträger/innen. Josef WallnerBilder von den Veranstaltungen rund um den Solidaritätspreis und vom Festakt finden Sie auf der Homepage der Kirchenzeitung: www.kirchenzeitung.at. Die Fotos können dort auch nachbestellt werden.
Zur Sache
Fester Grund
KIZ-Chefredakteur Mag. Matthäus Fellinger moderierte die Verleihung der Solidaritätspreise. Zum Ort der Feier, dem Steinernen Saal des Landhauses, erklärte er: „Sein Name weist darauf hin, was für die Solidarität unerlässlich ist: ein fester Grund.“ Die Ansprache des Bischofs leitete er ein: „Bei der Festrede geht es nicht um eine festliche Ansprache, sondern um einen Beitrag, der von dem spricht, woran eine menschliche Gesellschaft festhalten muss.“ „Als den Thomas Bernhard des Alten Testaments“, bezeichnete Fellinger den Weisheitslehrer Kohelet. Nach Motiven aus dem Buch Kohelet hat KIZ-Redakteurin Mag.a Elisabeth Leitner den Text für die Solidaritätspreis-Kantate verfasst: „Zwei sind besser als einer“.
Zuhören
Stellvertretend für hunderte Menschen wurden vier Hochwasser-Helfer/innen (Bild) mit dem Solidaritätspreis ausgezeichnet. Stand in den Wochen nach der Katastrophe die handgreifliche Hilfe im Vordergrund, geht es nun vor allem um das Zuhören.
Über den Solidaritätspreis sendet Radio OÖ am Sonntag, den 25. Mai um 21.05 Uhr einen einstündigen Beitrag. Gestalter der Sendung ist Mag. Georg König von der diözesanen Radioredaktion.