Im Rahmen der Bitttage feierte die Pfarre Schwertberg in einer Produktionshalle des Unternehmens Merckens Gottesdienst. Mit einem Fest sagte Schwertberg allen Hochwasser-Helfer/innen danke.
Das Hochwasser im August 2003 hinterließ am Betriebsgelände der Firma Merckens im Aisttal eine Spur der Verwüstung: Die Hallen für die Erzeugung von Pappe standen unter Wasser, die drei eigenen Kraftwerke waren zerstört und und die Straße wurde vor und nach dem Werksgelände weggerissen, sodass das Unternehmen von der Außenwelt abgeschnitten war. An die einhundert Menschen kamen am 26. Mai 2003, dem ersten der drei Bitttage, in das Aisttal, um mit Pfarrer Johann Stöllnberger die „Bittmesse für Gewerbe und Industrie“ zu feiern. Gestaltet wurde der Gottesdienst vom Fachausschuss „Lebenswelten“ des Pfarrgemeinderates. Die meisten Messbesucher/innen nutzten auch die Gelegenheit zur Besichtigung des Werks. Es konnte zwar zwei Monate nach der Flutkatastrophe wieder die Produktion aufnehmen, das Areal ist vom Hochwasser aber noch immer schwer in Mitleidenschaft gezogen. Aus Bayern und aus ganz Österreich kamen am vergangenen Wochenende Abordnungen von Feuerwehren, des Roten Kreuzes, des Militärs und auch jene „Freiwilligen“, die in keiner Gruppe organisiert waren, nach Schwertberg. Die Gemeinde sagte mit der Einladung zu einem Fest allen Helfer/innen danke, die den Bewohner/innen von Schwertberg bei der Beseitigung der Hochwassserschäden geholfen hatten. Bürgermeister Mag. Kurt Gaßner: „Jeder Handgriff und jedes aufmunternde Lächeln hat uns mehr geholfen, als man sich vorstellen kann.“ Beim Gottesdienst im Festzelt predigte Pfarrer Johann Stöllnberger über die Erfahrung „Ich brauche dich“. In den Wochen des Hochwassers hätten viele Menschen in Schwertberg erlebt, was es heißt, Hilfe zu brauchen. Wichtig sei, dass man Unterstützung erhalten und annehmen kann. Menschen brauchen aber auch Gott, so Pfarrer Stöllnberger. Gleichzeitig hat Gott die Menschen nötig. Der Pfarrer verwies dabei auf einen Text, der bei einem hölzernen Kruzifix aufgestellt war, dem die Hände fehlten: Der Herr hat keine Hände, nur die euren.