Der Heilige Christophorus war – so die Legende – ein starker Mann. Er nutzte seine Kräfte dazu, Menschen durch einen reißenden Fluss zu tragen. Täglich stürzen sich Menschen in den reißenden Fluss, der heute Verkehr heißt. Der Straßenbau kommt mit dem Errichten von neuen Wege kaum nach. Immer öfter wird es eng und die Gefahren werden größer. Ruhe und Gelassenheit tun Not, damit die Menschen sicher zusammen kommen, meint der Innsbrucker Altbischof Reinhold Stecher.
Wer in die Mission geht, will auch mit Menschen zusammen kommen. Am Sonntag führt die Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft (MIVA) ihre jährliche Sammlung in den Pfarren durch. Mit dem Erlös werden Fahrzeuge angeschafft. Männer und Frauen in der Mission durchqueren mit ihnen Täler, Ebenen und vielleicht auch manchen reißenden Fluss – um mit Menschen sicher in Verbindung zu treten und ihnen seelsorgliche und materielle Hilfe zu bringen.
Mehr Pilger als Hetzer
Am Christophorus-Sonntag geht es auch um Verantwortung im Verkehr
Das Verhalten im Straßenverkehr ist so etwas wie eine „Kleinausgabe“ des menschlichen Verhaltens. Deshalb lädt die MIVA zum Nachdenken mit Bischof Reinhold Stecher ein.
Am Christophorus-Sonntag (27. Juli) bittet die MIVA nicht nur um Spenden für Missionsfahrzeuge. Seit Jahren bemüht sie sich rund um diesen Tag gemeinsam mit dem Psychologen Wolf-Dietrich Zuzan (Kuratorium für Verkehrssicherheit), auch Impulse zur Verkehrserziehung und zum verantwortlichen Verhalten im Straßenverkehr zu geben. Im heurigen MIVA-Begleitheft zum Tag des Straßenverkehrs zitiert Zuzan Bischof Reinhold Stecher:
„Ich bin selber kein Autofahrer. Ich bin aber als Beifahrer unzählige Male mit ganz verschiedenen Leuten am Steuer unterwegs gewesen. Ich habe den Grundsatz, mich nie einzumischen, aber ich kann auf diese Weise viele Beobachtungen machen. Und daraus habe ich gelernt, dass die Art und Weise, wie einer fährt, mit seinem Wesen und Charakter als Mensch so tief verbunden ist wie seine Handschrift oder sein Mienenspiel. Ausgeglichene Menschen fahren mit Gelassenheit, unausgeglichene toben auf der Straße ihre Aggressionen oder verdrängten Jagdinstinkte aus. Ehrgeizige müssen überholen, Bescheidene brauchen diese Bestätigung ihrer Persönlichkeit nicht. Unentschlossene bringen ihrerseits andere Verkehrsteilnehmer zur Verzweiflung. Nervöse traktieren das Gaspedal ebenso unruhig, wie sie stoßweise und abrupt sprechen.
Die Verkehrssicherheit ist wirklich nicht nur eine Frage des technischen Könnens der Fahrer oder allein die Frucht großartiger Verkehrskonzepte oder die respektierte Leitfunktion von unzähligen Schildern und Signalen oder die gesteigerte Reaktionsfähigkeit des Zivilisationsmenschen. Das alles trägt dazu bei. Aber ich möchte doch sagen, dass die wichtigsten Wurzeln des verantwortlichen oder unverantwortlichen Menschen in seinem Wesen, seinem Charakter, seiner Grundeinstellung zum Leben und zum Mitmenschen liegen.
Darum wird man aufpassen müssen, dass man die Probleme auf Autobahn, Straße, Bergweg, Gehsteig oder Schipiste nicht nur auf Vordergründiges konzentriert. Es geht um den ganzen Menschen und seine Einbettung in die Gemeinschaft, seine Fähigkeit, sich von unkontrollierten, primitiven Regungen etwas zu distanzieren oder sich in den anderen hineindenken zu können, eine gewisse Gelassenheit zu entwickeln und sich vom rasenden Rhythmus unserer Zeit nicht beschlagnahmen zu lassen. Und alle diese Künste reichen in die Grundausrichtungen der Seele hinein, noch weiter als bloß moralische Appelle, bis dorthin, wo sich der Mensch im Dasein mehr als Pilger weiß denn als Hetzer und Gehetzter, mehr als Wanderer zwischen Zeit und Ewigkeit denn als Überflinker von Kilometerstein zu Kilometerstein. So hat die große Kunst, moderne Mobilität mit innerer Stabilität zu verbinden, einen geheimen, aber unmittelbaren Bezug zu letzten Lebensfragen, zum Religiösen.“
Reinhold Stecher
Die MIVA ruft anlässlich des Christophorus-Sonntags (27. Juli) dazu auf, im Straßenverkehr besonders auf Kinder mehr Rücksicht zu nehmen. Gleichzeitig bittet die MIVA um Spenden für Fahrzeuge zur Unterstützung der jungen Kirchen in den Entwicklungsländern. Im Vorjahr wurden über 700 Fahrzeuge finanziert.
PSK 1.140.00 oder Kirchensammlung
Land & Leute
Stau
Für die derzeitigen Staus an Linzer Einfahrtsstraßen macht der SPÖ-Klubobmann im oberösterreichischen Landtag Dr. Karl Frais Straßenbaureferent LH-Stv. Franz Hiesl mitverantwortlich. Die Beschilderung der Baustellen sei unzureichend – bessere und längere Aufklärung der Autofahrer hätte bei Pendlern die Entscheidung für öffentliche Verkehrsmittel herbeigeführt. Auch das terminliche Zusammentreffen mehrerer Baustellen habe die derzeitige Situation herbeigeführt.
Westspange
Am 24. August wird die Welser Westspange eröffnet. Dieses Autobahnteilstück verbindet das Voralpenkreuz (A1 und A9) mit der Innkreisautobahn.
Transit
22 Engagierte der Umweltgruppe aus der Pfarre Grünbach machten sich ins Innviertel auf, um als Gäste der Bürgerinitiative Pram im Innkreis mitzuerleben, was es heißt, direkt an einer Transitroute (Innkreisautobahn) leben zu müssen. „Wir haben Menschen erlebt, die permanent leiden an den Folgen des Transitverkehrs! Menschen werden gezwungen, unmenschliche Opfer zu bringen“, fassen sie ihre Erlebnisse zusammen.
Infrastruktur im Mühlviertel
Sowohl die geplante Mühlviertler Schnellstraße S 10 als auch der Ausbau der Summerauerbahn wurden von einer EU-Arbeitsgruppe als vorrangige Verkehrsinfrastrukturprojekte eingestuft. Gabriele Lackner-Strauss, Obfrau der Wirtschaftskammer Bezirksstelle Freistadt und des Vereines „PRO S 10“, der sich über die Verwirklichung beider Projekte einsetzt, zeigt sich erfreut für die Fortschritte, die beide Projekte damit machen.