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Auf Wasser folgt Dürre

Lokalaugenschein der Kirchenzeitung bei einem betroffenen Landwirt
Ausgabe: 2003/31, Dürre, Hochwasser, Moser, Landwirtschaft, Bad Kreuzen
29.07.2003
- Julia Alletsgruber
Für die Badesaison wirkt sich der heiße Sommer sicher positiv aus. Aber es gibt auch eine Kehrseite der Medaille. Ein Bauer aus dem unteren Mühlviertel, einer stark betroffenen Region, berichtet.

Josef Moser ist einer der letzten Vollerwerbslandwirte in der Umgebung. Der Hof in Wetzelstein 8 in der Gemeinde Bad Kreuzen ist seit 400 Jahren im Besitz der Familie und das soll auch so bleiben. Der Sohn hat sich entschlossen, den Betrieb weiterzuführen, was durchaus nicht selbstverständlich sei, betont der Landwirt. In der Nachbarschaft geben immer mehr Bauern auf, klimatische Katastrophen wie die herrschende Dürre tragen natürlich noch dazu bei.

Trockener Osten


Oberösterreich geht es im Vergleich zum Osten und Süden noch verhältnismäßig gut, was die Trockenheit betrifft. Nicht so die östlichen Landesteile wie das untere Mühlviertel. Die Ernte musste auf Grund der Dürre schon frühzeitig eingebracht werden. Für Josef Moser, der hauptsächlich Viehwirtschaft betreibt und auf dessen 16,5 ha Grundbesitz nur ein Viertel Hektar Ackerland fällt, wird der Futtermangel zusehends ein Problem.

Auf den steilen Hängen und dem steinigen Boden des Strudengaus sind die Wiesen von der Sonne verbrannt. Durch das trockene Frühjahr und den heißen Mai und Juni war bereits der erste Schnitt schlechter als sonst. Nach der zweiten Heumahd ist das Gras dann nicht mehr gewachsen, zu einem dritten Schnitt wird es wohl gar nicht kommen.

Starke Ausfälle


Moser rechnet mit 80% weniger Ertrag auf den Südhängen, auf der Nordseite wird der Verlust etwa 50% betragen. Bereits im Vorjahr musste er Heu aus Saxen zukaufen. Nun befürchtet er, dass die Graswurzeln bereits derart geschädigt sind, dass die Dürreschäden noch im nächsten Jahr spürbar sein werden.Von den über 100 Obstbäumen in Mosers Besitz ist heuer auch keine reiche Ernte zu erwarten. In dieser ohnehin wasserarmen Gegend muss sich der Landwirt bei der Bewässerung auf den Gemüsegarten und die Jungbäume beschränken. Die klimatischen Bedingungen verschlimmern nur die ohnehin schwierige Lage. In Bergbauernbetrieben der Zone III ist eine Nebenerwerbslandwirtschaft kaum möglich. „Die Arbeit wäre einfach zu viel“, so Moser. Maschinen können nur schwer eingesetzt werden, bei einer durchschnittlichen Hangneigung von 15% ist viel Handarbeit nötig, die einen ganz in Anspruch nimmt. Da sei es dann den jungen Bauern der Region nicht zu verdenken, wenn sie ihr Glück anderweitig versuchen. Moser befürchtet, dass bei den derzeitigen Bedingungen bald keine Landwirtschaft in diesem Gebiet mehr möglich sein wird.

Tropfen auf heißem Stein


Vom Hochwasser war im August 2002 viel berichtet worden, nicht aber von der Dürre, obwohl schon viele davon betroffen waren. Heuer ist es noch schlimmer. Die im Vorjahr vom Land Oberösterreich ausgezahlten Sonderhilfen waren laut Moser nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ein paar Tage Dauerregen wären den Perger Bauern lieber.




ZUR SACHE


Die Dürre in Oberösterreich


Zwei Faktoren gefährden zur Zeit die Ernteerträge in unserem Bundesland: die fehlenden Niederschläge sowie die unübliche Hitze. Temperaturen, die bis zu 6°C über dem langjährigen Durchschnitt liegen, lassen Getreide und Grünland verdorren, vor allem im Mühlviertel und in den westlichen Bezirken wie Ried, Schärding und Braunau. Im Zentralraum und im Süden ist die Lage etwas besser, aber die Dürre beginnt schon flächendeckend zu werden. Regionale Gewitterstürme reichen nicht aus, nur ein richtiger Landregen könnte der allgemeinen Trockenheit noch abhelfen. Da die Aussichten aber schlecht sind, müssen die Felder früher als üblich abgeerntet werden, was Einbußen mit sich bringt.

Katastrophal sieht es beim Grünland aus. Nach zwei schlechten Aufwüchsen im Mai und Juli droht Futterknappheit, da nicht genügend Wintervorräte angelegt werden konnten. Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich ruft zu Solidarität unter den Bauern auf: Ackerbauern sollen Feldfutter anbauen, um dürregeschädigten Grünlandbauern zu helfen.Bei einem Dürregipfel der OÖ. Landesregierung am f28. Juli wurden eine Raufutterverbilligung und eine Saatgut-Aktion beschlosssen. Letztere ist aber nur sinnvoll, wenn es bis 10. August noch einmal ausgiebig regnet.


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