Vor wenigen Jahren ließ der deutsche Kabarettist Frank Goosen mit seinem Romanerstling „liegen lernen“ aufhorchen (wird derzeit mit Sophie Rois und Fabian Busch verfilmt). Es war eine Geschichte vom Erwachsenwerden, von der Reifung des Kindes zum Mann, der fähig ist, eine Beziehung zu einer Frau zu führen. Mit seinem zweiten Roman „Pokorny lacht“ geht Goosen einen ähnlichen Weg: Friedrich Pokorny und Thomas Zacher sind seit früher Jugend Freunde: Zusammen stehen sie viele schwere Stunden durch und auch wenn die Beziehung mal weiter, mal enger ist, bleibt ihre Freundschaft eine Konstante. Bis eine Frau ins Leben der beiden tritt, deren plötzlicher Tod die Freundschaft zerstört: Sie machen sich gegenseitig für ihren Tod verantwortlich. Friedrich wird ein erfolgreicher Komiker, Thomas ein reicher Wirtschaftsanwalt. Beide versuchen sie das Trauma auf ihre Weise zu bewältigen. Mit „Pokorny lacht“ kann Goosen durchaus an den lebensfrohen Stil von „liegen lernen“ anschließen, auch wenn das Buch weniger Komik beinhaltet. Dafür hat es mehr Tiefgang als der Erstling, aber leider einen bei weitem weniger funktionierenden Schluss.
Frank Goosen: Pokorny lacht. Roman. Eichborn. 224 Seiten. Preis: Euro 20,50.