In den Pflegeberufen ist das Personal knapp. Die Pflegeaufgaben und -leistungen der Gesellschaft nehmen zu. Der Teilzeitanteil bei den Beschäftigten ist hoch. Natürlich spielt auch das Geld eine Rolle.
Die Caritas für Betreuung und Pflege (CBP) stellte kürzlich die siebenhundertste Mitarbeiterin an: Frau Anna Schmidbauer arbeitet als Altenfachbetreuerin und Familienhelferin in den Bezirken Linz, Linz-Land und Eferding. In den letzten vier, fünf Jahren hat sich damit der Personalstand in dieser Caritas-Organisation verdoppelt! Zwei Drittel der Beschäftigten arbeiten Teilzeit. Die größte Sorge ist das leidige Geld. Die öffentlichen Mittel decken maximal vier Fünftel der Kosten. Das betrifft alle Pflege-Dienstleister – Rotes Kreuz, Volkshilfe, Caritas ...
Mobil und stationär
Altenbetreuung, Familienhilfe, Familienlangzeithilfe, Heimhilfe und mobiles Hospiz (Linz, Rohrbach, Steyr) sind mobile Dienste der CBP. Mehr als 40 Prozent der Mitarbeiter/innen sind hier beschäftigt. Noch mehr Mitarbeiter/innen sichern die Betreuung in den stationären Einrichtungen. Etwa in den vier Seniorenwohnhäusern in Linz, Bad Hall und Engelhartszell. Oder beim Betreubaren Wohnen in Rohrbach und bald auch in Grieskirchen.
Das Seniorenwohnhaus Karl Borromäus in Linz wird, sofern die Finanzierung (15 Millionen Euro) gesichert werden kann, von 2004 bis 2008 bei laufendem Betrieb um- und ausgebaut. Noch ausständig ist die Zusage der Stadt Linz, den Umbau mit 2,3 Millionen Euro zu subventionieren. Im Betreuungszentrum St. Bernhard (Engelhartszell und angeschlossene Standorte) werden Menschen mit psychischen Problemen begleitet. Die hohe Qualität von St. Bernhard, so garantieren die CBP-Geschäftsführer auch nach dem kürzlich erfolgten Weggang des bisherigen Leiters Johann Mair, wird fortgesetzt. Nachfolger Ernst Leidinger leitete bisher den Pammingerhof in St. Aegidi.
Pflege daheim
Fast 80 Prozent der Pflegegeldbezieher werden zu Hause betreut. Ein starkes Zukunftsthema ist daher für die Geschäftsführer der Caritas für Betreuung und Pflege, Herbert Brindl und Josefine Mair, die Begleitung der Pflegenden Angehörigen.
Gesucht: Fast 4.500 Menschen für Pflegeberufe!
In den kommenden sechs, sieben Jahren werden 3.600 zusätzliche Altenfachbetreuer/innen und 950 diplomiertes Gesundheits- und Krankepflegepersonal gebraucht. Die Caritas hat traditionell ein hohes Interesse an der Ausbildung. Sie führt zwei Fachschulen für Sozialberufe in Ebensee und Linz. In Ebensee ist zudem seit einem Jahr ein Aufbaulehrgang für Kommunikation und Mediendesign angeschlossen, der zur Matura führt. – Ein gelungener Impuls für den Standort Ebensee, berichten Josefine Mair und Herbert Brindl.
Was ist Pflege wert?
Trotz vieler Ausbildungsangebote für Pflegeberufe gibt es Personalmangel. Dies ist gewiss auch eine Frage der Bezahlung. Familienhelfer/innen haben in drei Jahren für drei Berufsqualifikationen (Familienhilfe, Pflegehilfe und Altenfachbetreuung) 4.300 Ausbildungsstunden zu absolvieren. Sie verdienen dann in einem Berufssektor, in dem ohnehin nicht üppig bezahlt wird, gleich viel wie Altenfachbetreuer/innen, deren Ausbildungsweg 2.400 Stunden dauert. Geschäftsführerin Josefine Mair, die selbst an der Fachschule für Sozialberufe der Caritas unterrichtet, erhofft sich hier von einem neuen modularen Ausbildungssystem eine Entlastung.Die Frage der Entlohnung aber bleibt: Was ist unserer Gesellschaft die Pflege wert?
Zahlen & Fakten
Pflegeberufe
– Im Jahr 2003 werden etwa 180 Altenfachbetreuer/innen der Caritas für Betreuung und Pflege (CBP) ungefähr 108.000 Einsatzstunden bei 1.800 betreuten Personen leisten. – 120.000 Stunden helfen die Familienhelferinnen in über 800 Familien aus. – Fünf diplomierte Krankenschwestern sind im Mobilen Hospiz beschäftigt, besonders geschult in der „Palliativ Care“ (Schmerzlinderung ...). – In den vier Alten- und Pflegeheimen der Caritas sind 200 Mitarbeiter/innen beschäftigt. – In der mobilen Betreuung und Pflege ist die Caritas nach dem Roten Kreuz der größte Anbieter in Oberösterreich. Bei den stationären Diensten ist die Caritas innerhalb des konfessionellen Bereichs der größte, sonst „ein Zwerg“.
Adressen:
Caritas-Dienststellen
Caritas Mobile Dienste für Betreuung und Pflege, Hafnerstraße 28, 4020 Linz, Tel.: 0732/76 10-2411. Internet: www.mobiledienste.or.at
Caritas für Betreuung und Pflege, Abteilung Mobiles Hospiz Palliativ Care, Steingasse 25, 4020 Linz, Tel.: 0732/78 63 60-7911. Mehrere Regionalstellen.