Kräuterlandschaft der Pfarre Pregarten-St. Anna wird Besuchermagnet
Ausgabe: 2003/34, Kräuter, Mariä Himmelfahrt, Pregarten, St. Anna, Kräutertee,
19.08.2003
- Heinz Niederleitner
Zu Mariä Himmelfahrt hat die Pfarre Pregarten-St. Anna Kräutertees vorgestellt. Sie gehören zu den vielen positiven Folgen ihres neu angelegten Kräutergartens.
Man braucht nur mit der Hand leicht über die Blüten und Blätter der Minze zu streichen, schon hat man den Duft auf der Haut. „Kräuter wollen gestreichelt werden, genau so wie Menschen“, sagt Pfarrer August Aichhorn inmitten der Kräuterlandschaft bei der Pregartner Pfarrkirche.
Die Pfarre hat sich der Beschäftigung mit Kräutern verschrieben. Ein Kräuterteam von rund 25 Personen hat zu Ostern den Kräutergarten angelegt. Zwei von Michaela Aufreiter aus Alberndorf kreierte Tees (der Pregartner Kräutertee und der Pregartner Muntermachertee) sind die jüngsten Ergebnisse aus dieser Zusammenarbeit.
Begonnen hatte alles vor zwei Jahren: „Karl Ebmer, der Obmann des Verschönerungsvereines, hatte mich darauf angesprochen, den Park um die Kirche zu verändern“, erzählt Pfarrer Aichhorn. Die Pfarre ging das Vorhaben ruhig an. In den Vorgesprächen wurde dann das Anlegen eines Kräutergartens erwogen. „Den ,Garten’ haben wir ja schon im Namen ,Pregarten’“, erklärt Aichhorn. Denn die Kräuterlandschaft ist gleichzeitig der Beitrag der Pfarre zur Stadterhebung Pregartens in diesem Jahr.
Symbol des Heil-Werdens
Als das Kräuterteam mit Anregungen von Kräuterpfarrer Weidinger und anderen Experten die Kräuter pflanzte, hatte man eine genaue Vorstellung davon, wofür der Garten stehen sollte. Das Schaufeld besteht aus zwölf Beeten. „Es bezieht sich einerseits auf die zwölf Apostel, andererseits sind hier die Zahlen drei und vier drinnen: Drei steht für Gott, vier für die Schöpfung. Wenn Gott und die Schöpfung zusammenkommen, muss es heil werden. Die Heilssymbolik steckt im Garten drinnen“, erklärt der Pregartner Pfarrer.
Die Kräuterlandschaft brachte auch im Pfarrleben manche Blüten zum Vorschein. Viele Menschen möchten an diesem Pfarrprojekt mitarbeiten und melden sich zur Betreuung des Gartens. Manche haben hier eine Aufgabe gefunden, die ihnen gerecht wird und gut tut. Andererseits lockt der Garten auch Menschen nach Pregarten. „Die Leute gehen dann auch in unsere Kirche und zünden eine Kerze an“, berichtet Seelsorger Aichhorn. Das Kerzerlgeld hat sich seit der Errichtung des Gartens verdoppelt und zeugt so von der steigenden Bekanntheit der Pregartner Kräuterlandschaft.
Der Garten ist in ständiger Entwicklung begriffen. Seit ein paar Tagen finden sich Ginkgobäume darin, nächstes Jahr soll ein Lavendellabyrinth zur begehbaren Kräuterspriale dazukommen. „Die Vielfalt war uns bei der Anlage sehr wichtig“, sagt Aichhorn. „ Jedes der Beete ist unsymmetrisch und einzigartig. Es hat mit einem Stein oder einer Pflanze seine eigene Mitte. Die Felder sind nicht gleich, trotzdem bildet der Garten eine Einheit: das Einzelne soll leben. So ist es auch bei den Menschen.“
Die Kräutertees sind im Pfarramt und in Uli’s Natur- und Kräuterladen in Pregarten erhältlich.