Der neue Missio-Direktor in der Diözese Linz und Pfarrer von Hörsching Dr. Slawomir Dadas während einer Messe beim Besuch der Hörschinger Partnerpfarre San Ignacio in Bolivien.
Foto: Reumayr
Für Pfarren, Gruppen und Einzelpersonen bot der Sommer die Möglichkeit, ihre Kontakte zu den Partnern in die so genannten Entwicklungsländer zu pflegen.
„Wir als Pfarre Hörsching können eine Pfarrpartnerschaft anderen Pfarren nur empfehlen“, sagt Mag. Andreas Reumayr. Seit mehreren Jahren betreut er die Kontakte von Hörsching zu San Ignacio in Bolivien. Heuer ist er mit Pfarrer und Missio-Direktor Dr. Slawomir Dadas und Pastoralassistent Mag. Hans-Georg Pointner nach Bolivien aufgebrochen. „Wir sind einfach hingefahren ohne groß zu planen. Das hat sich als günstig erwiesen, denn so haben wir sehr viel gesehen und haben einen guten Überblick über die Pfarrsituation bekommen.
Zur Pfarre, die zugleich auch die Bischofskirche beherbergt, gehören 39 zum Teil bis zu 150 Kilometer abgelegene Dörfer, welche die beiden Seelsorger, Pfarrer Padre Lino und Kaplan Padre Alcides, betreuen müssen. Drei- bis viermal im Jahr können sie die Dörfer besuchen. Ansonsten sorgen beauftragte Laien dafür, dass Wortgottesdienste gehalten, Jugendgruppen betreut und Begräbnisse durchgeführt werden. „Die Menschen in den Dörfern sind Selbstversorger: Was sie anbauen, können sie nicht in die Stadt bringen, weil es kaum Wege gibt und sie keine geeigneten Fahrzeuge haben“, erzählt Reumayr.
Genau bei diesem Problem setzt die finanzielle Hilfe der Partnerpfarre Hörsching an: Das Geld wird für Bekleidung, ärztliche Hilfe und auch Lebensmittel verwendet. Vor allem aber werden die pastoralen Dienste der Pfarre unterstützt: vom Benzin für die Besuche der Seelsorger in den Dörfern bis zu den Schulungen der mitarbeitenden Laien – seien es das Lesen und Schreiben, theologische Themen oder medizinische Grundkenntnisse.
Zum Jahr der Bibel hat die Pfarre Hörsching das Geld für über 250 Bibeln und Liederbücher mitgebracht, die für die Verteilung an mitarbeitende Laien gedacht sind. „Bei vielen ist diese Bibel das einzige Buch, das sie besitzen“, sagt Andreas Reumayr. Mit der Reise ist auch die geistige Verbindung der beiden Pfarren vertieft worden. „Wir haben gesehen, wie dankbar die Menschen dort für die Unterstützung sind, und für uns ist der Bezug viel größer geworden“.
Besuch in Brasilien
Eine Reisegruppe von 17 Personen, darunter der Rektor der Caritas Bischofsvikar Josef Mayr und Dr. Martin Füreder, Pfarrer von Linz-Christkönig, hat auf einer Rundreise Brasilien besucht. Auf dem Programm standen unter anderem Visiten bei Bischof Richard Weberberger, im Schlierbacher Tochterkloster Jequitiba, bei Pater Hubert Leeb und Pater José Hehenberger.
„Es ist ein Land der Gegensätze“, fasst Pfarrer Füreder seine Eindrücke zusammen, „Armut und Entwicklungsbedarf sind sichtbar, gleichzeitig sind im Land auch viele Ressourcen vorhanden, es gibt Reichtum und große Firmen.“ Die Frage der Aufteilung des Reichtums ist in Brasilien politisch ein großes Problem. An Entwicklungsarbeit sei aber bereits viel geleistet worden, nicht zuletzt durch die österreichischen Missionare.
Besuch bei Hans Humer
In Tansania lebt und arbeitet Mag. Hans Humer, Priester aus der Diözese Linz. Eine Gruppe von sieben Oberösterreichern hat ihn besucht. „Wir haben dabei einen Einblick in das alltägliche Überleben der Bevölkerung Tansanias bekommen. Seit Mai ist kein Regen mehr gefallen. Die Zisternen des neu gebauten Pfarrhofes sind leer. Neben der Trockenheit müssen die Menschen mit langen, unwegsamen Strecken und wenig Absatzmöglichkeit für ihre landwirtschaftlichen Produkte zurechtkommen“, erzählt Reiseteilnehmer Mag. Reinhard Kaspar.
Neben vielen tiefen Eindrücken hat die Gruppe auch Bananenchips aus dem Jugendbeschäftigungsprojekt der Diözese Rulenge mitgenommen. Mit dem Erlös wird Hans Humers Jugendarbeit unterstützt.
Die Bananenchips können in der Pfarre Marchtrenk angefordert werden: Tel. 07243/523 00.