Vor allem für jene Pfarren, die keinen eigenen Seelsorger haben, wird es künftig mehr diözesane Unterstützung geben. Der Pfarrgemeinderat einer solchen Pfarre kann in Übereinstimmung mit zuständigen Diözesanstellen ein Seelsorgeteam bilden, das Leitungsaufgaben übernimmt. Im Lauf des Herbstes werden bereits mehrere solche Seelsorge-Teams in der Region Kremstal eingesetzt. Von der Diözese gibt es für diese Pfarren einen Zuschuss. Die Aufgaben können von einem vierköpfigen Team ausgebildeter Laien wahrgenommen werden. Eine Pfarre kann auch einen Pfarrvorsteher mit Leitungsaufgaben betrauen, oder aber es übernimmt der ganze Pfarrgemeinderat solche Leitungsaufgaben. Die Laien leisten ihren Dienst zwar ehrenamtlich, doch gibt es Aufwandsentschädigungen und Zuschüsse, etwa für Weiterbildung. Oberösterreichs Dechanten haben diesem Modell bei ihrer Herbstkonferenz letzte Woche ihre Zustimmung gegeben. Das Modell gilt zunächst für drei Jahre.
Bild: P. Christian Haidinger (links) folgt Johann Bachmair (rechts) als Generaldechant der Diözese Linz nach. Haidinger, Jahrgang 1944, stammt aus Siezenheim in Salzburg. 1964 trat er in das Benediktinerstift Kremsmünster ein. 1969 wurde er Priester. Neben verschiedenen Aufgaben im Stift war er auch Religionsprofessor am Stiftsgymnasium. Seit 1995 ist er Pfarrprovisor in Buchkirchen bei Wels, 2000 wurde er Dechant des Dekanates Wels-Land. Viele Jahre war er auch Geistlicher Assistent der Cursillo-Bewegung in Oberösterreich.
Trotz allem mit Zuversicht
Dechantenkonferenz wählte neue Leitung. Mehr Gewicht für Dekanate
Ab 1. Jänner 2004 hat die Dechantenkonferenz eine neue Spitze. P. Christian Haidinger und Franz Wild folgen dem Duo Johann Bachmair und Johann Ehrenfellner nach.
„Ich habe es gern gemacht – und ich gebe es gerne wieder weiter.“ Was der Welser Pfarrer Msgr. Johann Bachmair damit meint, ist das Amt des Generaldechants in der Diözese Linz. Am Donnerstag der Vorwoche wurde im Rahmen der Herbsttagung die Leitung der Dechantenkonferenz neu gewählt. Zusammen mit seinem Stellvertreter Msgr. Johann Ehrenfellner hatte Bachmair diesem Gremium zehn Jahre lang vorgestanden. Ab 1. Jänner wird der Benediktiner P. Christian Haidinger sein Amt übernehmen. Erstmals steht also ein Ordensmann an der Spitze der Dechantenkonferenz. Haidinger (59) ist Pfarrer in Buchkirchen bei Wels. Als Stellvertreter wurde der Trauner Stadtpfarrer Mag. Franz Wild gewählt.
Bei der Herbstkonferenz wurde ein wichtiger Schritt, der die Dekanate betrifft, gesetzt: Den Dechanten werden künftig Dekanatsassistent/innen oder Dekanatssekretär/innen zumindest mit einigen Stunden zur Verfügung stehen. Dass die „mittlere Ebene“ der Kirche von Oberösterreich damit wirksam gestärkt wird, freut besonders Johann Ehrenfellner, der in den letzten Jahren sehr für diesen Schritt eingetreten ist.
„Die Seelsorge ist schwierig geworden, aber wir haben nicht resigniert“, zieht Bachmair eine nüchterne, aber keineswegs unzufriedene Bilanz. Wie sich Kirche im Gegenwind gesellschaftlicher Strömungen und innerkirchlicher Gegebenheiten den Menschen als Lebensraum öffnen kann, war ein Hauptanliegen der letzten Jahre. Die Sakramentenpastoral wurde neu überdacht, um Menschen so den Zugang zu erleichtern. Natürlich hatten die Dechanten entscheidend in der Strukturreform der Diözese mitzugestalten.
Dass Menschen, die unter Diskriminierungen oder unter Behinderungen leiden, besser in den Blick der Seelsorge rücken sollen, wurde auch bei der Herbst-Versammlung der Dechanten deutlich: Die Dechanten informierten sich dabei über die besonderen Bedürfnisse von hörbeeinträchtigten Menschen und von Alkoholkranken.
Kirche mit Freiraum
Ab 2004 wird P. Christian Haidinger der Dechantenkonferenz vorstehen. Er schätzt den Freiraum, der in der Kirche Oberösterreichs gegeben ist, er weiß auch die vielen Impulse zu würdigen, die von der Diözesanleitung kommen, ebenso das Vertrauen, das der Diözesanbischof in seine Mitarbeiter/innen setzt. Als Ordensmann hebt Haidinger hervor, wie gut Ordenspfarren in die Diözese Linz integriert sind. Kirche, meint er, muss auch im sozialen Bereich immer wieder Impulse setzen.
Stellvertreter Franz Wild ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass die weltkirchlichen Vorgaben für unseren Kulturbereich nicht mehr passen. Solche Strukturen müsse man auch in Frage stellen dürfen, ohne dass sich die Arbeit in bloßer Kritik erschöpft, meint er.