Ein Trachtentreff: Frauen aus der Goldhauengruppe Puchenau (links und rechts) mit zwei Jugendlichen aus dem Gazastreifen, die ihre palästinensische Tracht tragen.
Die 31 Schülerinnen aus Gaza sind nach drei Wochen Ferien im Mühlviertel bereits Ende Juli wieder in ihre Heimat zurückgekehrt – abgeschlossen ist die Aktion aber nicht. Die Beziehungen, die gewachsen sind, dauern weiter.
Um Kinder wenigstens für kurze Zeit dem Alltag zu entreißen, der von der Auseinandersetzung mit dem israelischen Heer geprägt ist, haben die oberösterreichischen Grabesritter Schüler/innen im Alter von 11 bis 17 Jahren auf Urlaub eingeladen. Betreut von Mag. Friedrich Sonntagbauer, einem Kandidaten für den Ritterorden, erlebten die Kinder und Jugendlichen spannende Wochen: Am Programm standen Klettern im Dachsteingebiet, der Wiener Prater und viele Begegnungen mit Gleichaltrigen. Sonntagbauer war von der Fröhlichkeit und von der Frömmigkeit der Gruppe tief beeindruckt: „Es geht unter die Haut, wenn man sieht, wie selbstverständlich und ergriffen sie beten.“ Nach der Rückkunft in den Gazastreifen leben die Schüler/innen wieder in einer anderen Welt. Der 17-jährige Michel erzählt: „Wenn man Einschläge von Raketen hört, die von israelischen Hubschraubern abgefeuert werden, dann sind wir zuerst voller Angst. Aber dann gehen wir doch auf das Dach unseres Haues und schauen nach den Einschlägen. Vor allem in der Nacht sind das Bilder wie in einem schlechten Action-Film. Wenn wir später von den Toten hören, wissen wir, dass es kein Film, sondern Wirklichkeit war.“ Über E-Mail halten die Eltern und die Kinder mit Sonntagbauer den Kontakt aufrecht. Ein Vater schreibt, dass seine Tochter Österreich als das schönste Land des Erdballs bezeichnet hat. Im Unterschied zum wüstenähnlichen Gazastreifen erscheint das grüne Mühlviertel wie das Paradies. Vor allem aber bedankt sich der Vater, dass sein Kind ein kleines Stück Freiheit und Frieden erleben durfte. Die Grabesritter werden die Schule der katholischen Pfarre von Gaza weiterhin unterstützen. Die Schule war der organisatorische Partner für die Ferienaktion.