„Gute Arbeit – bloß ein Traum?“ Betriebsseelsorger Paul Schobel versuchte darauf am 6. Oktober beim „VOEST-Stahlabend“ eine Antwort zu geben.
Paul Schobel aus Stuttgart referierte anläßlich des 50-Jahr-Jubiläums der VOEST-Betriebsseelsorge. Er mahnte: „Die Arbeit im real existierenden Kapitalismus wird nach Marktgesetzlichkeit gehandelt, als Kostenfaktor bekämpft. Wo man sie überhaupt noch braucht, wird sie ausgepresst wie eine Zitrone. Die Arbeit kommt unter die Räder und steht unter der Knute der Ökonomie ...
Neue Begriffe jagen den Beschäftigten einen Schauer um den anderen über den Rücken: Leitbilder, Kostensenkung, Prozessmanagement, Coaching und Steuerungsgruppen (auch schon in der Kirche!) ... Nichts gegen Effizienz, Gewinnorientierung, Wettbewerbsfähigkeit, aber ohne Menschlichkeit und Gerechtigkeit geht die Rechnung nicht auf ... Die eisernen Besen haben den letzten Rest an Zeit, Kollegialität und Menschlichkeit hinausgefegt.“
Was tun? – Die Politik müsse aus dem Bremserhäuschen herauskriechen und wieder auf den Führerstand. Unternehmensleitungen sollen Mitarbeiter/innen qualifizieren, profilieren, motivieren, honorieren. Nicht nur mit Geld, sondern durch Anerkennung. Und die Arbeitenden? – Sie sollen für ein Wohlfühlklima sorgen.