„Keine zusätzlichen neuen Bauprojekte vor 2008“. – So lautet die spürbarste Auswirkung des diözesanen Strukturprozesses. Diözesane „Bausparer“ stehen auf der Bremse.
Die Diözese muss sparen. Diese Botschaft hört man seit Jahren. Den diözesanen Kassaschluss für neue Bauprojekte übersetzt Direktor Mag. Siegfried Primetshofer (Bild) von der Diözesanfinanzkammer (DFK) so: „Wenn jetzt in der Diözese jemand kommt und sagt, er will was bauen, bekommt er erst 2009 einen Zuschuss der DFK.“
Das Baubudget 2001 von 11 Millionen Euro muss in den nächsten vier Jahren – bei steigendem Baukostenindex – auf etwa acht Millionen Euro gesenkt werden. „Das Geld ist nicht da. Das heißt, wir müssen einsparen.“ So redet der oberste Finanzmann der Diözese, Mag. Primetshofer, nicht um den Brei herum. Schon eingereichte Projekte erhalten natürlich das diözesane Geld. Das gilt auch für die größeren Bauvorhaben wie die von Wels (Stadtpfarre), Gallspach, Seelsorgezentrum Solarcity Linz, Garsten, Mondsee, Steyr (Stadtpfarre) ...
So wirkt die befristete Neubau-„Finanzierungsenthaltung“ der Diözese nicht ganz so dramatisch. Immerhin hat fast jede Pfarre noch rechtzeitig einen Bauantrag eingebracht, der bereits gereiht ist. Bei Gefahr in Verzug ist eine Sonderfinanzierung zu vereinbaren, sichert Primetshofer zu.
Das Aussetzen der Finanzierungsbeteiligung der Diözese für noch nicht eingereichte Projekte bis 2008 kommt zudem zu einer Zeit, in der die Bausubstanz in den Pfarren relativ gut ist. Hier wirken sich auch die vielen diözesanen Zuschüsse positiv aus. Jedes Jahr bekamen über 200 Pfarren einen solchen Zuschuss für Neubauten und Renovierungen.
Grundsätzlich aber gilt: Die Diözese will beim Bauen am stärksten sparen. Der Anteil des Baubudgets am Gesamtbudget der Diözese wird von 16 bis 17% auf etwa 12 Prozent gedrückt. Durch Sparen soll das diözesane Budget gesund bleiben. Primetshofer denkt nicht daran, Familiensilber zu verkaufen. Das heißt: Kirchliche Liegenschaften sollen im kirchlichen Besitz bleiben. Wenn es geht, sollen sie allerdings mehr Geld einbringen.