Die Ordensfrau und Ärztin Dr. Uta-Elisabeth Düll leitet in Ruanda (Afrika) ein Krankenhaus mit 54 Betten. Rund ein Drittel der Patienten sind HIV positiv, an „Aids erkrankt“.
Im ländlichen Süden Ruandas, wo Dr. Düll seit 1995 lebt, sind an die 10 Prozent der Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert. Rund 300 Aids-Patienten kommen regelmäßig zu ihr in das Krankenhaus. Doch ihre Behandlungsmöglichkeiten sind beschränkt. Jenen „Medikamentencocktail“, der in Österreich jedem Aids-Erkrankten zusteht, bekommen in Ruanda nur 150 Menschen. Von mehr als einer halben Million Infizierten. „Besonders arm sind die Kinder. Die Therapie für einen Monat kostet das doppelte eines Lehrergehalts“, erklärt die Ärztin. Darum setzt sie sich besonders für die Kleinen ein. Zur Zeit kümmert sie sich um dreißig infizierte Kinder. Zur medizinischen Sorge kommt die menschliche Zuwendung: Die Kinder treffen sich zu Gruppenstunden, wo sie über ihre Situation reden und auch einmal unbeschwert spielen können. Wichtig ist der regelmäßige Kontakt zu den Kindern, so Dr. Düll: „Denn man kann ihnen nicht Medikamente für Monate im Voraus in die Hand drücken. Denn Medikamente sind in einem armen Land eine Art Währung, die hoch im Kurs steht.“ Mit einer medikamentösen Behandlung schenkt man aber Kindern viele Lebensjahre und Lebensqualität. Die deutsche Ordensfrau, ihre Mitschwestern und Mitarbeiterinnen kümmern sich auch um indirekte Aids-Opfer: Um Kinder, deren Eltern verstorben oder schon so geschwächt sind, dass sie die Familie nicht mehr versorgen können. Diese Kinder – oft nicht einmal zehnjährig – sollten für die Eltern sorgen: die Felder bestellen, den Haushalt führen. Der Weg in das Elend ist unausweichlich, die psychische Belastung unbeschreiblich. Das Team um das Krankenhaus unterstützt die Kinder aus Aids-Familien mit Schulgeld, Lebensmitteln und versucht Hilfe bei der Bewältigung des Alltags zu finden: Vor allem durch die Einbeziehung von Verwandten.