Frauen wissen selbst am besten, was für sie gut ist, meint Mag.a Dorothea Schwarzbauer-Haupt.
Mag.a Dorothea Schwarzbauer-Haupt ist Theologin, unterrichtet am Gymnasium für Berufstätige, ist verheiratet und hat drei Kinder. Das Spannungsfeld ihres persönlichen Lebens hat mit dem Spannungsfeld zu tun, in dem sich Schwarzbauer-Haupt auch als neu gewählte Vorsitzende der Frauenkommission beschäftigen wird. Am Dienstag, 21. Oktober, wurde sie als Nachfolgerin von Margit Hauft, die für diese Funktion nicht mehr kandidiert hat, gewählt. Toleranz zu fördern, dass Frauen heute ganz verschiedene Wege einschlagen, das sei das Hauptanliegen der Frauenkommission, meint Schwarzbauer-Haupt. Noch deutlicher: „Frauen haben das Recht, aus ihren Bedürfnissen heraus ihre Ziele selbst festzusetzen.“ Das Klischee Hausfrau gleich gute Mutter, berufstätig gleich karrieresüchtig, stimme einfach nicht. Umgekehrte Vorurteile lehnt sie ebenso ab. Sowohl in die Kirche hinein richtet sie diese Botschaft, als auch in die Gesellschaft hinaus. Da gibt es zum Beispiel viel zu wenig Arbeitsplätze, die Familie und Beruf gut in Einklang bringen. Das trifft – als besonderes Problem – auch auf die Seelsorgeberufe zu. Die Gesellschaft verlässt sich immer noch darauf, dass Frauen bei Kinderbetreuung und Pflege einfach einspringen. Für diesen zentralen Wert „schlucken die Frauen eben die Krot“, sprich; sie nehmen Benachteiligungen im Berufsleben in Kauf. „Männer würden das nie machen“, meint Schwarzbauer-Haupt. Männer – auch Kirchenmänner – wüssten noch immer viel zu gut, was für Frauen gut ist. Doch die Theologin nennt auch erfreuliche Entwicklungen. „Es ist viel weitergegangen in den letzten Jahren.“ Die Diözesanleitung nimmt die von der Frauenkommission aufgezeigten Probleme wahr und ernst, auch in den Pfarren wächst das Verständnis für Frauenfragen.Dass die Diözese nun ernsthaft ein Gleichstellungsprojekt mit konkreten Maßnahmen setzt, merkt sie positiv an. Wurde in den letzten Jahren vor allem daran gearbeitet, die Frauen in ihrer geistlichen Kompetenz zu achten, so will die Frauenkommission künftig sozialpolitische Akzente setzen. „Wir kommen alle aus Haushalten“, meint Schwarzbauer-Haupt. Es täte gut, Welt und Kirche wie einen Haushalt zu betrachten. Die Kompetenzen, die für die Führung eines Haushalts wichtig sind, sind zugleich Qualifikation für die Gestaltung von Welt und Kirche. Die diözesane Frauenkommission Linz wurde 1997 von Bischof Maximilian Aichern errichtet. Ihre Vorsitzende gehört dem Bischöflichen Konsistorium sowie dem Vorstand des Pastoralrats an.