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Ergebnisoffen beraten – Frauen helfen

Krankenhausseelsorge initiierte Gespräch AKH – Kirchenzeitung zur Frage Schwangerschaftsabbruch
Ausgabe: 2005/26, Kind, Lebensumstände, Geburt, AKH, Empfängnisverhütung, ZOE
29.06.2005
- Ernst Gansinger
Keine Werbung für die Abtreibung, sondern eine Information über Änderungen in der Durchführung. – So sieht die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am AKH ihr von der Kirchenzeitung (Nr. 24) kritisiertes Rundschreiben.

Die Krankenhausseelsorge am AKH hat zum Gespräch geladen, nachdem der Beitrag in der Kirchenzeitung über die Neustrukturierung des Schwangerschaftsabbruchs im AKH die Wogen hoch gehen ließ. Am Gespräch nahmen vom AKH Primar Dr. Helmut Stöger, Assistenzärztin Dr. Judith Imhof und Diplomsozialarbeiterin Monika Peirhofer teil. Für die Krankenhausseelsorge waren Dr. Anna Seyfried, Mag. Jutta Asch-Kieslinger und Nobert Wolkerstorfer dabei. Weitere Gesprächspartnerin war Monika Kornfehl vom Verein ZOE. Für die Kirchenzeitung nahmen Matthäus Fellinger und Ernst Gansinger teil.

Zwei Themen standen vorrangig zur Diskussion: Die Bewertung der Kirchenzeitung, das AKH-Rundschreiben sei Werbung für die Abtreibung gewesen, und der Begriff „Einzeitigkeit“.

Nicht Werbung

Adressaten des AKH-Rundschreibens waren die Gynäkologen in Oberösterreich, die niedergelassenen praktischen Ärzte im Raum Linz und die Fraueneinrichtungen, die im Linzer Frauenforum vernetzt sind. Die Hinweise auf erleichterte Zahlungsbedingungen (Bankomat im Haus) und auf mögliche „Einzeitigkeit“ sind nicht Werbung, sondern notwendige Information, betonten Primar Stöger und Sozialarbeiterin Peirhofer.

Oft fehlt es, gerade in ländlichen Regionen, an Beratungsangeboten in der Nähe. Auch vor diesem Hintergrund sei die Möglichkeit zur „Einzeitigkeit“ im AKH zu sehen, die Frauen Zugang zur Beratung öffnet. Eine institutionelle Trennung von Beratung und durchführender Einrichtung des Schwangerschaftsabbruchs könnte sich so nachteilig auswirken. Monika Kornfehl von ZOE und Monika Peirhofer vom AKH schildern, dass ihre Beratungszeit je nach Bedürfnis der Frau ganz unterschiedlich ist. Wichtig sei, ergebnisoffen zu beraten. Die Frauen sollen sich klar werden.

Frauen im Blick

Wünschenswert wäre, dass die Frauen Zeit haben. Wünschenswert wäre auch, wenn die Partner mehr zu ihrer gemeinsamen Verantwortung stehen. Viele Männer lassen ihre Partnerinnen alleine, ist eine Erfahrung aus der Praxis des AKH. Beraten bedeutet, Frauen zu helfen und Frauen in Not nicht auszugrenzen – so sehen es AKH und ZOE. Frauen, die sich ans AKH wenden, sind schon viel eher zur Abtreibung entschlossen, als Frauen, die zu ZOE kommen. Das erkläre auch den viel geringeren Prozentsatz jener Frauen, die sich nach der Beratung im AKH für die Geburt des Kindes entscheiden. (Sieben Prozent im AKH, zwei Drittel bei ZOE.)Abtreibung ist eine Tatsache. Es ist wichtig, dass sie, wenn sie durchgeführt wird, bei guter medizinischer Betreuung erfolgt. Darauf weisen Dr. Stöger, Dr. Imhof und DSA Peirhofer vom AKH hin. Dr. Judith Imhof: „Wir versuchen, dass wir es so ordentlich machen wie möglich; es muss wo gemacht werden.“

Empfängnisverhütung

Über Abtreibung kann nicht diskutiert werden, ohne über Empfängnisverhütung zu reden. Primar Dr. Helmut Stöger tritt für sichere Empfängnisverhütung ein und wünscht, dass die Kirche offener ist. Dass unsere Gesellschaft Familienarbeit besser würdigen und sozial schwächere Frauen/ Familien mit Kindern stärker finanziell unterstützen müsste, meinen alle. Frauen entscheiden sich oft für eine Abtreibung, weil sie sich in einer wirtschaftlich aussichtslosen Situation wahrnehmen.




Ungeborene in der EU

Zum ThemaDer Schutz des ungeborenen Lebens hat für die EU-Bürger/innen große Bedeutung. Laut „Eurobarometer-Studie“ sagen mehr als die Hälfte der EU-Bürger/innen, der Schutz der Würde von Ungeborenen sei ihnen „sehr wichtig“, ein weiteres Drittel hält ihn für ziemlich wichtig. Sieben Prozent gaben an, sie halten das nicht für sehr wichtig. Malta, Griechenland und Irland sind jene Staaten, dessen Bürger/innen am stärksten den Schutz der Ungeborenen bejahten. Auch Österreich liegt hier über dem EU-Durchschnitt (für 2/3 ist der Schutz sehr wichtig.)
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