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Sie machen gute Arbeit

Sie kümmern sich um Langzeitarbeitslose und schwer Vermittelbare
Ausgabe: 2005/26, gute Arbeit, Langzeitarbeitslose, Basar, Dornbirn, Jugendwerkstätten, Gütesiegel, Arbeitsassistenz
01.07.2005
- Hans Baumgartner
Sie bemühen sich um Menschen mit Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Seit Montag haben sie es schwarz auf weiß: Sie machen gute Arbeit.

Am Montag erhielten die Basar GesmbH (Oberösterreich), der Verein Insieme (Innsbruck) und die Dornbirner Jugendwerkstätten das vom Wirtschaftsministerium anerkannte Gütesiegel für Soziale Integrationsbetriebe.
Wolfgang Klaushofer von Insieme sieht in der Schaffung des Gütesiegels einen wichtigen Schritt. „Denn je länger die hohe Arbeitslosigkeit anhält und je knapper die öffentlichen Gelder werden, desto öfter wird unsere Arbeit in Frage gestellt. Man rechnet den sozialökonomischen Unternehmen und Projekten die hohen Kosten vor, beachtet aber nicht, dass wir uns um die Integration von Menschen in den Arbeitsmarkt bemühen, die von anderen oft schon abgeschrieben wurden. Dazu bieten wir ihnen im Rahmen einer befristeten Anstellung ein Arbeitstraining, soziale Begleitung und persönlich abgestimmte Schulungsmaßnahmen. Durch das Gütesiegel“, so Klaushofer, „wird durch eine umfassende externe Prüfung bestätigt, dass wir sozial und wirtschaftlich Qualitätsarbeit leisten.“ Das Gütesiegel-Prüfverfahren biete auch eine gute Orientierung für die Zukunftsentwicklung des Unternehmens, meint Martin Zwicker von Basar. „Man erkennt die eigenen Stärken und Mängel besser.“
Der Verein Insieme in Innsbruck geht auf ein Sozialprojekt des ehemaligen kirchlichen Jugendzentrums Z6 zurück. Heute betreibt er den „Schenk&Spiel“- Laden und den Wäschedienst Libelle mit insgesamt 12 Transitarbeitskräften und vier Lehrlingen. Zielgruppe sind langzeitarbeitslose Frauen. Neun Arbeitskräfte mit Behinderung sind im eXpress (Gebäudereinigung, Hausmeisterdienste etc.) beschäftigt.
Die Dornbirner Jugendwerkstätten wurden vor zehn Jahren von AMS, Land und Stadtgemeinde gegründet. „Unser Ziel ist die ganzheitliche Qualifizierung von Jugendlichen, die längere Zeit keinen Arbeitsplatz finden“, sagt Elmar Luger. Regelmäßige Arbeit und Sozialbetreuung sowie gezielte Bildungsmaßnahmen bis zum Hauptschulabschluss sind die Säulen. 2004 wurden 109 Jugendliche betreut, die Hälfte davon mit ausländischer Herkunft.
Basar wurde 1991 von der Volkshilfe Oberösterreich gegründet. Eine Alttextilverwertung und ein Second-Hand-Laden standen am Beginn. Heute beschäftigt Basar 75 Transitarbeitskräfte an den Standorten Schärding, Linz und Steyr. Ein Verwertungsbetrieb für Altfernsehgeräte, ein Entsorgungsservice für sensibles Datenmaterial, eine Änderungsschneiderei und ein Qualifizierungskurs für Metallverarbeitung sind dazugekommen. In Steyr gibt es zudem ein Lehrlings- und ein Job-Trainingsprojekt für insgesamt 70 erwerbsgeminderte Jugendliche.

Ein Ausweis für Qualität


Zur Sache

Am Montag dieser Woche wurde erstmals in Österreich das neu geschaffene Gütesiegel für Soziale Integrationsbetriebe vergeben. Es wurde im Rahmen einer von der EU geförderten Entwicklungspartnerschaft (EQUAL-Projekt) erarbeitet. Gudrun Peil vom Verband Sozialökonomischer Betriebe Steiermark hatte die Projektleitung.

Soziale Integrationsbetriebe sind Unternehmen, die mittels Beschäftigung, Schulung, soziale Betreuung und Arbeitsassistenz Langzeitarbeitslose bzw. Menschen mit Behinderung unterstützen, nach Möglichkeit im normalen (ersten) Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Zusätzlich ist es das Ziel dieser Betriebe, einen Teil ihres Aufwandes durch verschiedene Geschäftsfelder selbst aufzubringen.
Da es bisher sehr unterschiedliche Kriterien gab, nach denen diese Betriebe gefördert wurden, ergriffen die Unternehmen und das Arbeitsmarktservice (AMS) die Initiative. Es sollte ein Gütesiegel entwickelt werden, das sie sozialen, organisatorischen und wirtschaftlichen Qualitätsstandards klar definiert und gewährleistet. Das Gütesiegel, so Gudrun Peil, diene der eigenen Qualitätssicherung „und es ist eine Art Ausweis für die Partner in der Wirtschaft, für die zugeteilten Transitarbeitskräfte und für die Fördergeber, dass hier ordentlich gearbeitet wird.“
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