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Ein Fest für den Bischof

Ausgabe: 2005/28, Bischof, Fest, Aichern, Dom, Feier
14.07.2005
- Ernst Gansinger, und Elisabeth Leitner
„Wir sind sehr froh und dankbar, dass wir dich mehr als 23 Jahre hier bei uns in Linz als Bischof hatten.“ –

Mit diesen Worten führte Generalvikar Mag. Maximilian Mittendorfer in den Dankgottesdienst für Bischof Maximilian Aichern ein. Freude und Dankbarkeit war am Sonntag, 10. Juli im Linzer Dom zu spüren. Mehrmals spendeten die etwa 5.000 versammelten Menschen dem Bischof lang anhaltenden Applaus.

Mann des Dialogs

Mit Bischof Aichern konzelebrierten u. a. der Passauer Bischof Wilhelm Schraml und dessen Amtsvorgänger Franz Xaver Eder, der Budweiser Bischof Jiri Padour sowie der Grazer Weihbischof Franz Lackner. Eine besondere Geste der ökumenischen Gesinnung von Bischof Aichern war, dass Superintendent Mag. Hansjörg Eichmeyer zwei Fürbitten las. Im mehr als zweieinhalb Stunden dauernden Gottesdienst wurde auch Rückblick auf mehr als 23 Jahre Bischof Maximilian Aichern in Linz gehalten. Bischof Maximilian selbst wiederholte einige Sätze aus seiner Antrittspredigt vom 17. Jänner 1982: „Ich will ein Mensch des Friedens, der Gesprächsbereitschaft und des Verstehens sein.“ Und er führte weiter aus: „Ich wollte nie ein Bischof über euch, sondern für euch und mit euch sein!“ Das war sein Programm, das er sehr glaubwürdig lebte. Dieses Programm mündete in seinen Zuruf beim Abschiedsfest: „Lasst euch die Freude am Mensch-Sein und am Christ-Sein nie durch etwas nehmen!“

Gute Jahre

Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer betonte das gute Klima zwischen Kirche und Politik, aber auch, dass Bischof Maximilian besonders in sozialen Fragen manchmal ein unbequemer Mahner gewesen ist. Des Landeshauptmanns Sätze: „Ich bin überzeugt, dass Oberösterreich mit mir übereinstimmt, wenn ich sage, die Aichern-Jahre waren gute Jahre für die Kirche und das Land“, wurden mit starkem Applaus bedacht. Der Landeshauptmann kündigte an, dass Bischof Maximilian die höchste Auszeichnung des Landes – das Große Goldene Ehrenzeichen – erhalten wird.
Die Präsidentin der Katholischen Aktion, Margit Hauft, nannte einige Zahlen aus dem Wirken des Bischofs: Er spendete 63.000 Firmlinge das Firmsakrament, führte 784 Pfarrvisitationen durch, die Diözese Linz hat den höchsten Kirchenbesuch österreuichweit ... Hauft fasste zusammen: „Er war immer ein Bischof zum Angreifen und dadurch immer wieder auch Angriffen ausgesetzt ... Sein Bischof-Sein war uns Frohbotschaft!“ – Der diesem Satz folgende Applaus war ein großes Zeichen der Zustimmung.Sozialpartner-SignalAuch viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens waren gekommen. An sie wandte sich Bischof Maximilian am Ende des Gottesdienstes noch einmal nachdrücklich. Er wünschte ihnen für ihr Wirken alles Gute, „besonders den Präsidenten der österreichischen Sozialpartnerschaft!“ Die beiden – Dr. Christoph Leitl (Bundeswirtschaftskammer) und Fritz Verzetnitsch (ÖGB) – hatten den Gottesdienst mitgefeiert. Die oberösterreichische Landesregierung war mit Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, den beiden Stellvertretern DI Erich Haider und Franz Hiesl, Landtagspräsidentin Angela Orthner sowie den Landesräten Josef Ackerl und Dr. Josef Stockinger vertreten. Auch AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer und WK-Präsident Dr. Rudolf Trauner waren in den Linzer Dom gekommen.

Stimmen im Dom

Im Anschluss an die Feierlichkeiten waren die über 5000 Mitfeiernden eingeladen, noch bei Brot, Wasser und Wein im Dom zu verweilen. Diese Zeit der Begegnung nutzten zahlreiche Gläubige für ausgiebige Gespräche.Die Kirchenzeitung hörte sich um, fragte nach. Die Stimmen im Dom (siehe auch Rubrik) waren von großer Dankbarkeit geprägt.
„Er war für mich ein großes Vorbild im Glauben. Was er gesagt hat, hat er auch getan. Besonders beindruckte mich seine Herzenswärme. Ich bin unendlich dankbar!“, sagte Rosa Hainzl aus Altenberg. „Ich habe seine Offenheit geschätzt, sein Zugehen auf die Menschen und dass er so viel hat wachsen lassen. Man hat gemerkt, dass er die Arbeit des Pfarrgemeinderats schätzt“, erzählt Pfarrer Hans Resch aus Bad Zell: „Wir haben ihm deshalb auch einen Dankbrief geschrieben!“ (mehr zum Dankbuch der Kirchenzeitung auf Seite 31.) Elisabeth Mühlböck, Leiterin des Betriebsseelsorgezentrums VOEST, schätzte an Bischof Aichern seine Fähigkeit „hinzuhören, hinzusehen, was ist, und seine Bereitschaft, das umzusetzen“. Als kirchliche Mitarbeiterin ist sie dankbar für den „Freiraum, den er Menschen gegeben hat, in der Kirche zu arbeiten“. Auch Robert Kaspar, Pastoralassistent der Kath. Hochschulgemeinde rechnet es dem Bischof hoch an, „dass er die Leute hat arbeiten lassen“.„Wir sind für alles dankbar – in alle Richtungen. Besonders aber für die Menschlichkeit und Zugänglichkeit“, sind sich Berta und Florian Reitetschläger aus Leonding in ihrer uneingeschränkten Zustimmung für Bischof Maximilian Aichern einig.
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