Nur eine einzige Pfarrassistentenstelle kann für das kommende Jahr nicht besetzt werden – und neun Männer und Frauen machen im Herbst ihr pastorales Einführungsjahr.
Mag.a Brigitte Gruber-Aichberger will aus dieser erfreulichen Tatsache noch keinen Trend ableiten. Heuer ist es für die Abteilungsleiterin für pastorale Berufe leichter als in den letzten Jahren.
Dass alle fenen Stellen für Jugendleiter/innen besetzt werden können, freut Gruber-Aichberger besonders. Wo eslebendige Jugendarbeit gibt, gibt es auch mehr Interesse an kirchlichen Berufen, so ihre Erfahrung. Genau das aber wird zunehmend zum Problem. Viele Pfarren tun sich schwer, ein funktionierendes Jugend-Gruppenleben zu gestalten. Die Kirche eröffnet auch für Laien eine spätere Einstiegsmöglichkeit. Zwischen 35 und 40 haben Wiedereinsteigerinnen Interesse an beruflicher Neuorientierung. „Da sind gute Leute dabei“, weiß Gruber-Aichberger. Im Normalfall sind es Theologiestudierende und Leute, die am Seminar für kirchliche Berufe in Wien ihre Ausbildung machen. Eine breite Berufspalette eröffnet sich für diese. Jugendarbeit in einem der Jugendzentren ist eine dieser Möglichkeiten. Wer Interesse an Pfarrseelsorge hat – als Pastoralassistent/in oder Pfarrassisten/in mit vermehrter Verantwortung soll auch am Pfarrleben teilnehmen können. „Ein natürliches Gespür, sich über Dienstzeiten hinaus einzubringen, erwarten wir schon“, meint Brigitte Gruber-Aichberger. An Festen und wichtigen Ereignissen einer Pfarre nehmen Pastoralassistenten/innen auch ohne den Blick auf die Dienstzeit teil. Dass kirchliche Angestellte ehrenamtliches Engagement auch in nichtkirchlichen Bereichen wahrnehmen, wird aber ausdrücklich begrüßt. „Es erweitert den Horizont.“ Dass das Familienleben der kirchlichen Angestellten nicht unter die Räder kommt, ist ebenfalls ein wichtiges Anliegen der Dienststelle. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, sollen Pfarrseelsorger/innen auch in der Nähe wohnen. „Ab 25 Kilometer Entfernung wird die Sache äußerst unpraktisch.“ Ähnlich wie bei Kaplänen ist es auch für Laienseelsorger/innen gut, wenn sie in den ersten Berufsjahren mehrere Pfarren kennen lernen. Neben der Pfarrseelsorge gibt es für Laientheolog/innen weitere Einsatzfelder: Krankenseelsorge, Gefangenenhausseelsorge, Betriebspastoral und noch mehr. „Das Spannende in der Seelsorge ist das Miteinander mit den Leuten“, meint Brigitte Gruber-Aichberger. „Fad“ wird einem hier bestimmt nicht! So gilt es mitzuwachsen mit neuen Formen etwa in der Liturgie, auch wach zu bleiben für spirituelle Ewartungen der Menschen. Gerade hier wächst ein Bedürfnis an guten geistlichen Angeboten.
Neue kirchliche Berufe
Zum Thema
Rund 250 Laien arbeiten in Oberösterreich zur Zeit aktiv in der Seelsorge mit.
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Pastoralassistent/in
Rund 135 Pastoralassistent/innen sind in Oberösterreich zur Zeit tätig. Sie kommen in den Pfarren, in Krankenhäusern, Altenheimen oder auch in Gefangenenhäusern zum Einsatz. Ihre Tätigkeit ist Seelsorge. Sie begleiten Menschen, bereiten Gottesdienste vor oder gestalten Wortgottesdienste.
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Pfarrassistent/in
In Pfarren ohne Priester am Ort können Pfarrassitent/innen eingesetzt werden. Gemeinsam mit einem Priester (Moderator) leiten diese eine Pfarre. Teamfähigkeit, Menschenführung, spirituelle und theologische Kompetenzen werden daher in besonderer Weise erwartet. Auch der Begleitung und der Suche nach ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen kommt besondere Bedeutung zu.
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Jugendleiter/in
Zur Zeit sind 43 Jugendleiter/ innen in Oberösterreich im Einsatz. Sie arbeiten in Jugendtreffs und Jugendzentren, sie kümmern sich pfarrübergreifend um die Entwicklung der Jugendarbeit in Dekanaten und Seelsorgeräumen. Für Jugendleiter/innen gibt es einen eigenen Ausbildungsweg.