Erzbischof Fouad Boutros Twal (links) bei seinem letzten Besuch in Neuhofen an der Krems mit den Eltern von Pfarrer P. Josef Stelzer.
Pfarre Neuhofen
Katholische Nachrichten-agenturen melden übereinstimmend, dass Bischof Fouad B. Twal Koadjutor mit dem Recht der Nachfolge im lateinischen Patriarchat von Jerusalem werden soll.
Der 1940 in Jordanien geborene Fouad B. Twal leitet seit 1992 die Diözese Tunis. Nun will ihn der Papst nach Jerusalem holen, wo er als Koadjutor den Patriarchen Michel Sabbah unterstützen soll. Sabbah wird, wie im Kirchenrecht vorgesehen, mit 75 Jahren – im Jahr 2008 – sein Amt niederlegen und Bischof Twal wird ihm als Patriarch nachfolgen. Seit seiner Priesterweihe im Jahr 1966 ist Fouad Twal mit Familien in Oberösterreich verbunden. Mitte der siebziger Jahre war er einige Zeit Seelsorger bei den Barmherzigen Schwestern in Linz. In Neuhofen an der Krems hat er seit 1993 bereits vier Mal das Sakrament der Firmung gespendet, zuletzt im April 2005. „Voll cool“ fanden die Jugendlichen den Bischof. Sie beschrieben damit sein offenes, freundliches und unkompliziertes Wesen. Er versteht es auf Menschen zuzugegehen und auf sie einzugehen, so Pfarrangehörige aus Neuhofen. Diese Fähigkeiten kann der sprachgewandte päpstliche Diplomat bei seiner neuen Aufgabe brauchen. Das lateinische Patriarchat von Jerusalem umfasst das Staatsgebiet von Israel, das palästinensische Autonomiegebiet, Jordanien und Zypern, insgesamt rund 100.000 Gläubige. Da er aber als Jordanier aus dem Gebiet des lateinischen Patriarchats stammt, ist er mit den schwierigen religiösen und politischen Verhältnissen in der Region bestens vertraut. Twal war von 1975 bis 1992 im päpstlichen Staatssekretariat und an verschiedenen Nuntiaturen tätig.