Bis zu eine Million Menschen erwarten die Veranstalter beim XX. Weltjugendtag in Köln. Viele Oberösterreicher nutzen die Gelegenheit, um den neuen Papst zu treffen.
„Es heißt ,Weltjugendtag‘!“ Darauf legt die Mitarbeiterin vom Kölner Pressebüro Wert. Nicht etwa Weltjugendtreffen oder -wallfahrt. Genau elf Kalendertage dauert dieser XX. Weltjugendtag in Köln, und er setzt eine Tradition fort, die 1986 von Papst Johannes Paul II. ins Leben gerufen wurde und schon vor drei Jahren 800.000 Menschen in Toronto, Kanada, versammelt hat. Diesmal wird alles noch ein wenig größer, intensiver, einzigartiger (siehe Zahlen & Fakten, rechts). Wenn der neue Papst Benedikt XVI. am letzten Tag des Großereignisses auf dem Marienfeld bei Frechen den Gottesdienst feiert, werden das bis zu eine Million Menschen mit ihm tun.
Etwa 300 aus Oberösterreich
Erst in der zweiten Hälfte, von 15. bis 21. August, wird Köln zur Hauptbühne des Events, das unter dem Motto „Wir sind gekommen, um ihn anzubeten“ steht. Davor sind etwa 400.000 Dauerteilnehmer/innen aus 170 Nationen auf verschiedene Diözesen in Deutschland aufgeteilt, um dort am Pfarrleben teilzunehmen. So auch die zahlreichen Oberösterreicher/innen, die sich das Ereignis nicht entgehen lassen. „Es werden etwa 300 sein“, meint Wilhelm Seufer-Wasserthal von der Katholischen Jugend (KJÖ). Die KJÖ ist einer von mehr als zehn offiziellen Anbietern, denen sich Interessierte anschließen können. „Wir sind von 11. bis 15. August bei Gastfamilien in der Diözese Erfurt untergebracht“, erzählt Seufer-Wasserthal. „Es geht darum, Land und Leute kennen zu lernen.“ Am 12. August, dem „Tag des sozialen Engagements“, verrichten die Teilnehmer/innen einige Stunden Sozialarbeit in den Gemeinden. Motto: „Under Construction – bau mit an einer gerechten Welt!“.
Mit dem Fahrrad nach Köln
Auf der österreichischen Homepage zum Weltjugendtag sind – aufgeteilt nach Diözesen – alle Organisationen aufgelistet, die eine Mitfahrgelegenheit zum Weltjugendtag anbieten. Wer sich den Franziskanern anschließt, hat etwa die Möglichkeit, beim Zwischenstopp im Chiemgau baden zu gehen. Sportlich geht es die Fokolar-Bewegung an: Ausgehend vom Bodensee wird die Route nach Köln den Rhein entlang mit dem Rad zurückgelegt. Allen Anbietern ist eines gemeinsam: Es gibt noch Restplätze!
Wem die Strapazen der Großveranstaltung einmal zu viel werden, der kann sich im „Österreich-Café“ in Düsseldorf entspannen. Es wird rund um die Uhr geöffnet sein und neben interessanten Programmpunkten mit echtem Wiener Kaffee für Entspannung sorgen.
Infos: http://www.weltjugendtag.at/ oder http://www.wjt2005.de
Zum Thema
Andrea Schedlberger,24, Waldneukirchen
Ich war beim Pfingsttreffen in Innsbruck. Vom Weltjugendtag erwarte ich mir, dass alles noch viel größer sein wird. Ich freue mich darauf, viele Leute kennen zu lernen, es wird sicher eine Gaudi. Wir sind von der Mollner Partnergemeinde Buseck (D) eingeladen worden und fahren mit dem Bus zusammen mit Leuten aus einer ungarischen Gemeinde.
Myriam Bonelli, 26, Schlüßlberg
Mich hat es schon immer gereizt, ein Weltjugendtreffen mitzuerleben. Einerseits lerne ich gerne neue Leute kennen, vor allem aus fremden Ländern, andererseits fasziniert mich die Idee zu spüren, wie aktiv und jung die Kirche in ihrer Vielfalt sein kann. Gespannt bin ich natürlich auch, wie offen der neue Papst uns Jugendlichen begegnen wird. Ich freue mich sehr auf die vielen neuen Begegnungen, die interessanten Gespräche, das gemeinsame Feiern und natürlich auf jede Menge Spaß.
Zahlen und Fakten
- 600 Kardinäle und Bischöfe aus aller Welt halten Katechesen an 250 Orten.
- Mehr als 1.000 Veranstaltungen mit 3.000 Künstlern auf 80 Bühnen.
- 400.000 Menschen müssen fast eine Woche lang kulinarisch versorgt werden.
- 440.000 Gemeinschaftsunterkünfte in Schulen und Turnhallen sowie 80.000 Privatbetten.
- 500.000 Pilgerrucksäcke für die Teilnehmer/innen.