„Seit ich vor 24 Jahren nach Südafrika gekommen bin, habe ich das Gefühl, dass sich mein Leben verdoppelt hat, dass ich doppelt intensiv lebe“, sagt Sr. Agnes Grasböck. Die „Wernberger Missionschwester“ aus Schenkenfelden besuchte kürzlich die Redaktion der KIZ, um von ihrer Arbeit zu berichten. Die ausgebildete Religionslehrerin betreut die deutschsprachigen Katholiken im Raum der südafrikanischen Millionenstadt Durban, sie geht aber auch regelmäßig in die Armenviertel in der Nähe ihrer Missionsstation Marianhill. „Die größte Herausforderung ist Aids“, sagt die 67-jährige Ordensfrau: „Man geht davon aus, dass rund die Hälfte der schwarzen Bevölkerung HIV positiv und der Höhepunkt noch nicht erreicht ist.“ Neben dem Leid für die Betroffenen bringt Aids auch eine rapid ansteigende Zahl von Waisenkindern mit sich, was eine besondere Herausforderung für die Gesellschaft darstellt.
Sr. Agnes nennt Südafrika das Land der tausend Kirchen. Eine Unzahl von Gemeinschaften und Kirchen prägt die religiöse Landschaft des Staates. Durch die Situation vor Ort ist die Ökumene zu ihrem besonderen Anliegen und auch zu einer ihrer Aufgaben geworden.