Oberösterreich ist absoluter Spitzenreiter in Sachen Musikförderung. Nirgendwo in Österreich gibt es ein dichteres Netz an Landesmusikschulen und anderen musikalisch fördernden Einrichtungen. Der Erfolg spiegelt sich in Preisen und Auszeichnungen für die heimischen Musikerinnen und Musiker wider.
Ausgabe: 2016/24
14.06.2016
- Dominik Hennerbichler / Elisabeth Leitner
Ein begeisteter Trompetenspieler ist Stefan Leitner aus Linz seit seinem 11. Lebensjahr. Vorher machte er mit der Blockflöte seine ersten musikalischen Schritte. In seiner Familie wurde immer wieder musiziert. Von der Hausmusik wechselte der junge Musiker mit 14 Jahren zur Blasmusik und spielt seither bei verschiedenen Musikkapellen und Orchestern wie dem pt art orchester. Zur Musikkapelle Linz-St.Magdalena kam der junge Student, der jetzt in Wien lebt, vor fünf Jahren. Auch er fährt immer wieder einmal, wie viele seiner Kolleg/innen auf Funwochenenden oder das Jungmusiker-Lager als Begleiter mit. Ihm ist es wichtig, dass Musik auch an die nächste Generation weitergegeben wird: „Gemeinsam mit ganz jungen Leuten zu musizieren, ist einfach leiwand“. Was ihn grundsätzlich beim gemeinsamen Musizieren fasziniert, ist schnell erklärt: „Obwohl man als Individuum etwas tut, also jeder zum Beispiel einfach seine Stimme spielt, kommt am Schluss etwas Gemeinsames heraus“. Beeindruckt ist er auch vom ehrenamtlichen Engagement, das hinter der Nachwuchsarbeit steckt: „Was die Jungmusiker-Referentin Petra Thaller-Haindl und die Kapellmeisterin Birgit Häusler da auf die Beine stellen, ist immer wieder unglaublich“.
Vielfalt kann sich sehen lassen
Musikkapelle, Bürgerkorpsmusik, Turmbläser, Streichorchester, Bigband, Percussion-Gruppen, die Liste könnte man noch beliebig weiterführen. In fast jedem Ort gibt es zumindest eine Kapelle, Musikschule oder Spielgemeinschaft. Das musikalische Angebot in Oberösterreich sucht seinesgleichen. 68 Landesmusikschulen und 87 Zweigstellen sind österreichischer Rekord. Die musikalische Förderung beginnt meist schon in jungen Jahren. Viele Spiel- und Singgruppen führen Kinder ab fünf Jahren mit viel Engagement an die Vielseitigkeit der Musik heran. Beliebtestes Einstiegs-Instrument ist oftmals die Flöte. Damit ist der erste Schritt in Richtung einer musikalischen Karriere oft schon getan.
Die Kapelle – eine Institution am Land
Wie sehr das musikalische Treiben auch den Alltag einer ganzen Gemeinde beeinflusst, zeigt sich vor allem im ländlichen Raum. Kaum ein Fest, eine Verleihung oder sonstige Veranstaltung kommt ohne Mitwirken der eigenen Kapelle aus. Die kleine Mühlviertler Gemeinde Weitersfelden hat neben der Musikkapelle auch eine große Jugendkapelle mit rund 30 Jungmusikern und dazu noch eine eigene Flötengruppe für die 7- bis 12-Jährigen. Fast jeder im Ort kennt einen „Musikanten“, ist mit ihm verwandt oder ist gar selbst einer. Ein Grund für die erfolgreiche Jugendarbeit ist neben der musikalischen Arbeit aber vor allem die gemeinsame Freizeitgestaltung. Ob lustige Badeausflüge ins Aquapulco nach Bad Schallerbach, gemeinsame Zeltlager oder Grillfeste im Ort, die Jugendlichen verbringen auch außerhalb der Proben viel Zeit miteinander. „Gemeinschaftserlebnisse und sinnvolle Freizeitgestaltung gehören zu unserem Leitbild der Jugendarbeit in Weitersfelden“, erklärt die Jugendkapellmeisterin Karin Aglas.
Ausbildung sichert Nachwuchs
Doch nicht nur die Gemeinden profitieren von einer funktionierenden musikalischen Ausbildung. Gerade die heimischen Konzerthäuser, Musiktheater oder andere Ensembles müssen nicht um talentierten Nachwuchs fürchten. Oberösterreichische Musikerinnen und Musiker sind Exportschlager und in der ganzen Welt begehrt. Die besten Nachwuchsmusiker werden jährlich beim „prima la musica“-Jugendmusikwettbewerb ermittelt. Dabei konnten oberösterreichische Jungmusiker/innen auch im Bundeswettbewerb überzeugen und viele erste und zweite Plätze belegen. Viele von ihnen schaffen danach den Weg in renommierte Orchester oder Ensembles.