Der brutale Mord am französischen Priester Jacques Hamel (85) am 26. Juli 2016 hat zu zahlreichen entsetzten Reaktionen aus Kirchen und Politik geführt.
Ausgabe: 2016/31, Priestermord, Priester Jacques Hamel, Mord in Frankreich, Frankreich, Rouen, IS,
02.08.2016
Er sei „zutiefst erschüttert darüber, dass dieser Akt der Gewalt in einer Kirche während eines Gottesdienstes stattfand, einer liturgischen Handlung, die den Frieden von Gott erbittet“, heißt es in einem Beileidstelegramm des Papstes am Dienstag an den Erzbischof von Rouen, Dominique Lebrun. Franziskus schließe sich dem Gebet der Angehörigen, der Pfarrei und der Diözese an, so das von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnete Schreiben. Zugleich bitte er Gott, dass sich in dieser neuerlichen Prüfung alle vom Gedanken der Versöhnung und der Brüderlichkeit leiten ließen.
„Ich weine zu Gott“
Der Erzbischof der Diözese Rouen, in der die Bluttat geschah, Dominique Lebrun, sprach von einem weiteren Blutbad, das tief betroffen mache. „Ich weine zu Gott – mit allen Menschen guten Willens“, betonte er am Rande des Weltjugendtages in Krakau.
Der Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Erzbischof Georges Pontier, unterstrich: „Diese Tragödie, die in einer Kirche stattfand, erschüttert und stört die Einheit der Franzosen.“ Auch die Union der islamischen Organisationen in Frankreich (UOIF) erklärte, eine Attacke auf eine Kirche sei eine Attacke auf alle Orte des Kultes.
Der französische Kardinal André Armand Vingt-Trois mahnt nach dem islamistischen Anschlag auf eine katholische Kirche in Saint-Étienne-du-Rouvray zu Zusammenhalt und Besonnenheit. „Die Falle, der wir uns nun ausgesetzt sehen, besteht gerade darin, dass wir aufeinander losgehen und den falschen Gegner ins Visier nehmen“, sagte der Erzbischof von Paris der deutschen Tageszeitung „Die Welt“ und dem französischen Blatt „Le Figaro“ (Donnerstag). „Ziel dieser Gewaltakte ist es, den Hass zu schüren und die Gewalt zu banalisieren.“
„Kreislauf des Hasses durchbrechen“
Kardinal Christoph Schönborn warnte am Rande des Weltjugendtages in Krakau vor Racheakten und Gegenschlägen mit denselben Waffen, die nur „noch mehr Verhärtung“ bezwecken würden. Christen müssten alles daransetzen, den „Kreislauf des Hasses zu durchbrechen“, was durch die gewaltfreie Frohbotschaft Jesu möglich sei.
Ähnlich reagierte auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx: „Gläubige, zum Gottesdienst in einer Kirche versammelt, wurden zum Opfer einer schrecklichen Gewalttat. Hier soll Hass zwischen den Religionen geschürt werden. Dem werden wir widerstehen und uns der Atmosphäre von Hass und Gewalt nicht anschließen.“
IS bekennt sich zur Tat
Zwei Männer hatten am Dienstagvormittag vergangener Woche eine katholische Kirche in der Stadt Saint-Étienne-du-Rouvray nahe Rouen gestürmt und fünf Menschen, die dort eine Messe feierten, als Geiseln genommen. Polizeiangaben zufolge gingen die Täter mit äußerster Brutalität vor. Sie schnitten dem 85-jährigen Priester Jacques Hamel die Kehle durch. Medienberichten zufolge sollen sie diese Tat gefilmt haben. Eine weitere Geisel (86) wurde schwer verwundet, befindet sich aber mittlerweile nicht mehr in Lebensgefahr. Als die Angreifer die Kirche gegen 11 Uhr verließen, wurden sie von der Polizei erschossen. Die Terrormiliz IS hat Medienberichten zufolge die Verantwortung für den Anschlag übernommen.