Vier Tage lang wird das Stift Schlierbach zu einem Zentrum zeitgenössischer Literatur. Ein Teil des Programms ist der Sonntagsgottesdienst. P. Martin Spernbauer hält eine literarische Predigt.
Ausgabe: 2016/32, Stift Schlierbach, literarisches Fest, Literatur in Schlierbach,
Wenn das Literaturfestival im Stift Schlierbach am 25. August eröffnet wird, ist auch P. Martin Spernbauer mittendrin. Denn das Fest, das heuer zum dritten Mal stattfindet, geht in Zusammenarbeit mit der Klostergemeinschaft Schlierbach über die Bühne. P. Martin Spernbauer schätzt die gute Stimmung im Stift, die vielen Besucher/innen, die sich so selbstverständlich in dessen Räumen bewegen – auch wenn manche von ihnen nicht besonders kirchennahe sind –, die Begegnung mit den namhaften oder noch zu entdeckenden Autorinnen und Autoren. „Es ist ein ganz anderer Eindruck, wenn Schriftsteller, deren Texte man kennt, persönlich lesen. Dieses Fest ist eine besonders schöne Zeit“, sagt P. Martin.
Lyrik im Gottesdienst
Der Sonntagsgottesdienst am 28. August ist in das Programm eingebettet. Wie bei den letzten beiden Festivals wird P. Martin eine literarische Predigt halten. Wodurch zeichnet sich diese aus? „Das ist schwer zu definieren“, sagt P. Martin: „Aber die Idee ist das aufzuzeigen, was Literatur und Glaube miteinander verbindet.“ Vor zwei Jahren hat er über das Wort „Gott“ im Leben und in der Literatur gesprochen und dass es nicht durch Sorglosigkeit missbraucht werden darf. Die Inspiration dafür kam aus der Sammlung expressionistischer Psalmen des Autors Paul Konrad Kurz. P. Martin setzt Lyrisches gerne öfter im Gottesdienst ein: „Die heutige Religionspädagogik lebt von Texten, die nicht nur aus der Bibel kommen.“
Literatur in Schlierbach
Veranstaltet wird das Festival von der ehrenamtlich tätigen Gruppe „Die literarischen Nahversorger“, vor deren Arbeit P. Martin Spernbauer großen Respekt hat, wie er betont. Neben Lesungen u.a. von Sibylle Lewitscharoff, Reinhard Kaiser-Mühlecker, Marlen Schachinger und Gerhard Rühm sind Konzerte wie jenes von Clara Luzia zu hören. Melchior Frommel liest Texte der Künstlerin Margret Bilger in der nach ihr benannten Stiftsgalerie. Und auch die Kinderworkshops werden die alten Räume mit Literatur erfüllen.