Die Titelfrage „Und was hat das mit mir zu tun?“, ist die spontane Antwort des Autors, als er von einer Kollegin mit dem Verbrechen von Rechnitz kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs konfrontiert wird. Eine Buchbesprechung von Maria Fellinger-Hauer.
Dort wurden im März 1945 unter nach wie vor nicht vollständig aufgeklärten Umständen 180 jüdische Gefangene ermordet. Eine angeheiratete Tante des Autors – Margit Thyssen-Batthyány – sollte damit zu tun gehabt haben. Elfriede Jelinek hat die Vorkommnisse von Rechnitz 2008 in einem Theaterstück verarbeitet. Batthyány, Journalist und Nachkomme einer österreich-ungarischen Adelsfamilie begibt sich auf Spurensuche in der Familiengeschichte. Der Autor fährt nach Rechnitz und besucht den alten Familiensitz in Ungarn. Er reist mit seinem Vater nach Sibirien, wohin der Großvater als Zwangsarbeiter verschleppt worden ist, und besucht schließlich die hoch betagte Freundin seiner Großmutter und deren Töchter in Argentinien. Aus all dem und den Lebenserinnerungen seiner ungarischen Großmutter rekonstruiert er die Familiengeschichte, wie sie sich zugetragen haben könnte. Das Massaker von Rechnitz hat tatsächlich nichts mit ihm zu tun, doch er findet ein anderes dunkles Geheimnis, das über Generationen prägend wirkt. Ein hervorragend geschriebenes, sehr persönliches Buch über die Gegenwart der Vergangenheit und gleichzeitig ein Lehrstück.