Täglich fallen weltweit etwa 3,5 Millionen Tonnen Abfall an. In Österreich sind es pro Kopf und Jahr 587 Kilogramm – und der Müllberg wird weiter wachsen, wenn nicht jede/r Einzelne etwas dagegen tut.
Ausgabe: 2016/33,Projekt gutes Leben, Weniger Müll, Plastik,
Müll nach Möglichkeit vermeiden, Abfallstoffe trennen und wieder verwerten (Recycling) sind dabei ganz wichtige Themen. Auch reparieren statt wegwerfen und Abfallprodukte oder nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umwandeln (Upcycling) sind äußerst zielführende Wege, den Müll zu reduzieren.
Familienthema Müll
Die Aktion „Gutes Leben“ des Katholischen Familienverbandes macht in der Aktionswoche „Spuren hinterlassen“ vom 22. bis 28. August den Müll zum Thema und stellt die Frage, ob wir unseren Kindern eine bessere Welt hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben. Dazu gibt es eine Reihe von alltagstauglichen Tipps und Aktionspläne zur Müllvermeidung für Familien.
Problemstoff Plastik
Wohin man auch schaut: viele Produkte und Verpackungen sind aus Kunststoff hergestellt oder enthalten Plastikpartikel. Allein in Österreich sind jährlich 1,4 Millionen Tonnen Kunststoff im Umlauf. Vieles davon, wie etwa Einkaufssackerl, werden gerade einmal für zehn oder zwanzig Minuten benötigt und dann in den Müll geworfen. Auch Plastikflaschen, Becher, Kaffeekapseln oder Einwegbesteck zählen zu jener Kategorie von Kunststoffprodukten, die nur für kurze Zeit ihren Zweck erfüllen, und dann für die Umwelt zu einem großen Problem werden. Denn laut einer aktuellen Studie der Universität für Bodenkultur in Wien gelangen pro Tag 25 bis 145 Kilogramm Kunststoff in die Donau. Ein erster und einfacher Schritt beim Plastik zu sparen wäre, mit einer Stofftasche oder einem Korb einkaufen zu gehen und nur Produkte zu kaufen, die nicht in Kunststoffschalen und Folien verpackt sind. Damit schlägt man sogar zwei Fliegen mit einer Klappe, denn die vorgegebenen Packungsgrößen entsprechen oft nicht der Menge, die man tatsächlich benötigt. Auf unverbrauchte Lebensmittelreste vergißt man schnell, sie landen nach Tagen ebenso im Müll.
Überlegt einkaufen
Falsche Lagerung, zu große Einkaufsmengen und vielfach auch Unwissen, was man aus Essensresten zubereiten kann sind die häufigsten Gründe dafür, dass in Haushalten Lebensmittel weggeworfen werden. Dazu kommt, dass eine Überschreitung des Mindesthaltbarkeitsdatums viele Menschen dazu verleitet, noch gute und genießbare Ware in den Müll zu werfen. Doch sieht das Produkt gut aus, riecht und schmeckt es wie es sein soll, dann kann es grundsätzlich noch verzehrt werden. Die Konsumgewohnheiten haben sich aber auch abseits der Lebensmittel stark geändert. Kleidung und Schuhe werden kaum noch geändert oder repariert. Zum einen, weil die Qualität der Produkte zu wünschen übrig lässt. Zum anderen aber auch, weil es einfacher ist, ein neues T-Shirt oder Paar Schuhe zu kaufen. Auch beim Kauf von Kinderspielzeug ist der Qualitätsanspruch gesunken. Hauptsache viel und bunt, lautet oft die Devise. Kein Wunder, wenn nach kurzer Zeit diverse Plastikteile kaputt sind und in den Müll wandern. Wirklich besorgniserregend ist das Kaufverhalten bei Elektronikgeräten. Mobiltelefone werden zu Wegwerfgeräten, leicht defekt oder nicht mehr auf dem neuesten Stand werden Handys nach wenigen Monaten durch aktuelle Modellen ersetzt. Dabei gehört die Elektronikbranche zu den ressourcenintensivsten Industrien und wer ständig neue Geräte kauft, fördert das weiter.
Umdenken als Herausforderung für die ganze Familie.
„Spuren hinterlassen“ ist bereits die vierte Aktionswoche im Rahmen von „Gutes Leben“. Familien die Lust haben sich zu beteiligen, können sich jederzeit anmelden und erhalten per Email Informationen und Impulse zum aktuellen und den bereits stattgefundenen Themenschwerpunkten.
Projekt Gutes Leben, Anmeldung info@familie.at, Infos unter Tel.: 0732/76 10-34 31 und auf www.familie.at/oberoesterreich