Das Auge ist eines unserer Sinnesorgane. Damit erkennst du Gegenstände, Formen, Farben, Gesichter und vieles mehr. Für dich ist das ganz selbstverständlich, aber wie schafft das dein Auge?
Ausgabe: 2016/35, Da schau her, Das Auge, sehen, Augapfel
Der Augapfel sitzt in der knöchernen Augenhöhle des Schädels und wird von Muskeln gehalten. Die drei äußeren Schichten des Augapfels nennt man Lederhaut, Aderhaut und Netzhaut, die Verbindung zum Gehirn bildet der Sehnerv. An der Vorderseite schützt die Bindehaut die dahinterliegende Hornhaut. Noch eine Schicht darunter liegt die kreisrunde Iris, die bei allen kleinen Kindern blau ist und nach ein paar Wochen ihre Farbe in Braun, Graublau oder Grün ändern kann. In der Mitte befindet sich die schwarze Pupille. Den wichtigste Teil des Auges, die Linse, sieht man von außen nicht, denn sie liegt hinter Iris und Pupille.
Muskeln und Nerven
Je heller das Licht ist, desto kleiner zieht sich die Pupille zusammen und schützt so die Linse. Du merkst das gar nicht, weil es ein Reflex ist. Der zuständige Muskel macht das ebenso selbstständig, wie er die Pupille weit öffnet, wenn es dunkel ist. Die Linse sammelt alle Eindrücke in Form von Licht und spiegelt sie wie ein Bild – aber verkehrt herum – auf die Netzhaut. Den Rest der Arbeit erledigen Nerven und Gehirn. Das alles funktioniert blitzschnell. Eine echte Glanzleistung! Und das ist wichtig, sonst könntest du etwa bei Gefahren nicht rechtzeitig reagieren.
Und die Tränen?
Grundsätzlich muss das Auge immer feucht gehalten werden. Das besorgen die Tränendrüsen, die ständig ein bisschen Salzwasser produzieren. Wenn heftiger Wind die Augen austrocknet, kommt mehr Wasser aus den Tränendrüsen. Viel Tränenflüssigkeit gibt es auch, wenn du Zwiebel schneidest, wenn du traurig oder besonders lustig bist. Das Augenlid ist eine Art von Scheibenwischer, die Wimpern schützen vor Staub und Schmutz und die Augenbrauen sorgen dafür, dass der Schweiß nicht in die Augen rinnen kann.
Nasenfahrrad
Viele Menschen, auch Kinder, tragen eine Brille oder Kontaktlinsen, um alles scharf zu sehen. Kurzsichtige können nicht genau lesen, was auf der Tafel geschrieben steht. Weitsichtige müssen ein Buch mit ausgestreckten Armen weit weg vom Körper halten, wenn sie die Buchstaben und Wörter erkennen wollen. Bei beiden treffen die Lichtstrahlen nicht optimal auf die Netzhaut, daher wird eine zusätzlich Linse vor das Auge gegeben.
Schlechtes Sehen kommt nicht über Nacht, oft fällt es erst nach längerer Zeit auf, dass etwas mit den Augen nicht stimmt. Am besten, du beobachtest dich! Wirst du beim Lesen schnell müde oder bekommst Kopfschmerzen? Kannst du vieles, was an der Tafel steht, nur mehr schwer erkennen? Sitzt du am liebsten „mit der Nase“ vor dem Fernseher, weil du sonst nicht so gut siehst? Mit einem Sehtest beim Augenarzt kann man das rasch abklären. Denn gerade für Schülerinnen und Schüler ist es ganz wichtig, gut zu sehen.