Papst Franziskus sprach am Sonntagvormittag auf dem Petersplatz die lateinische Formel, die Mutter Teresa (1910–1997) zur Heiligen erhebt.
Ausgabe: 2016/36, Mutter Teresa, Engel von Kalkutta, Heiligsprechung, Papst Franziskus,
06.09.2016
Er erklärte die Ordensgründerin und Friedensnobelpreisträgerin, die durch ihren Einsatz in den Slums von Kalkutta bekannt wurde, zum verehrungswürdigen Vorbild für Katholiken. Zu der festlichen Zeremonie versammelten sich mehr als 100.000 Menschen. 13 Staats- und Regierungschefs waren angereist, unter ihnen Indiens Ministerpräsident Narendra Modi. Der Papst würdigte Mutter Teresa als „unermüdliche Arbeiterin der Barmherzigkeit“. Sie habe sich über die Erschöpften gebeugt, „die man am Straßenrand sterben ließ“, und ihre Stimme vor den Mächtigen der Welt erhoben, „damit sie angesichts der Verbrechen der Armut, die sie selbst geschaffen hatten, ihre Schuld erkennen sollten“, sagte er in seiner Predigt. Mutter Teresas Mission in den Randzonen der Städte und des Lebens bleibe „in unserer Zeit ein beredtes Zeugnis für die Nähe Gottes zu den Ärmsten der Armen“, so Franziskus. Mutter Teresas Vorbild führe vor Augen, „dass das einzige Kriterium für unser Handeln die gegenleistungsfreie Liebe ist, die unabhängig von jeder Ideologie und jeder Bindung ist“. Diese müsse alle Menschen umfassen unabhängig von Sprache, Kultur, der Ethnie oder Religion. Die Heiligsprechung und der anschließende Gottesdienst fanden unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt.