Das letzte Hemd hat keine Taschen, und kurzsichtig plant, wer nicht auch über den Rand dieses Lebens hinausblickt. Letzte Sicherheit kann nur von Gott erwartet werden. Das befreit uns dazu, mit Hilfe von Geld und Besitz anderen Menschen Gutes zu tun.
Soziale Fragen und der Umgang mit Geld sind für den Evangelisten Lukas ein zentrales Anliegen. Er ist überaus skeptisch gegenüber irdischem Reichtum und fordert solidarisches und kluges Verhalten von Menschen mit Besitz ein, wenn sie Jesus nachfolgen wollen. So stellt er uns vor die Wahl: „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.“ Das ist eindeutig und lässt wenig Verhandlungsspielraum. Es gilt entweder-oder, entweder Gott oder Reichtum. Das Wort „Mammon“ hat seine Wurzeln im Aramäischen „aman“ bzw. „amen“ und bedeutet ursprünglich „trauen“, „vertrauen“. Der „Mammon“ ist also das, worauf man vertraut, was Zuverlässigkeit verspricht. Vertrauen ist normalerweise ein Ausdruck für das Verhältnis zwischen Menschen, nicht zu Sachen. Aber schon in biblischer Zeit bekam der „Mammon“ die Bedeutung von „Besitz“ oder „Vermögen“ – und damit ist die zentrale Versuchung des „Mammons“ klar: Menschen trauen nicht der Beziehung zu Gott, sondern glauben, in erster Linie durch das eigene Vermögen bewirken zu können, dass sie genug haben und dass ihr Leben gelingt. Dem Besitz gilt dann auch ihre gesamte Arbeit und Aufmerksamkeit. Weltlicher Reichtum zählt bei Gott aber nicht. Er garantiert kein glückendes Leben. Wenn die Sorge um den irdischen Besitz das Denken ausfüllt, geht Entscheidendes verloren, nämlich die Beziehung zu den Menschen, die Beziehung zu Gott. Vielmehr sind wir gefordert, Besitz so einzusetzen, dass er dem Leben dient, dem unserer Mitmenschen und unserem eigenen. Dann hat er Berechtigung, wenn wir ihn als Mittel für andere sehen. Das ist der kluge Umgang mit Reichtum, von dem Lukas redet.
Zum Weiterdenken
Ca. 10.000 Dinge besitzt jede Person in Österreich durchschnittlich. So viel kann niemand wirklich gebrauchen.
Wie könnte ich meinen Besitz „klug“ einsetzen?
25. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr C, 18. September 2016
1. Lesung
Amos 8, 4–7 Hört dieses Wort, die ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Land unter-drückt. Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen. Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein Paar Sandalen die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld. Beim Stolz Jakobs hat der Herr geschworen: Keine ihrer Taten werde ich jemals vergessen.
2. Lesung
1 Timotheus 2, 1–8 Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können. Das ist recht und gefällt Gott, unserem Retter; er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Denn: Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Christus Jesus, der sich als Lösegeld hingegeben hat für alle, ein Zeugnis zur vorherbestimmten Zeit, als dessen Ver-künder und Apostel ich eingesetzt wurde – ich sage die Wahrheit und lüge nicht –, als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit. Ich will, dass die Männer überall beim Gebet ihre Hände in Reinheit erheben, frei von Zorn und Streit.
Evangelium
Lukas 16, 1–13 Jesus sagte zu den Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen. Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein. Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich. Doch – ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin. Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin und schreib „fünfzig“. Dann fragte er einen andern: Wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, und schreib „achtzig“. Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes. Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es (mit euch) zu Ende geht. Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen. Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zu-verlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben? Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.