Die UNO hat das Jahr 2008 zum Internationalen Jahr der Sprachen ausgerufen
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16.01.2008
- Judith Moser-Hofstadler
Eine Fremdsprache zu lernen erleichtert nicht nur so manche Bestellung in einemLokal im Urlaubsland. Wer Sprachen lernt, trainiert sein Hirn mit Gleichgesinnten.
„Ich beneide die Kinder, wenn sie jetzt schon in der Schule Sprachen lernen können“, sagt Irmgard Draxler. „Das ist später nie so leicht möglich.“ In ihrer Schulzeit wurde nur Englisch unterrichtet und das war ihr eindeutig zu wenig. Jetzt lernt sie im neunten Jahr Italienisch. „Mich haben Sprachen schon immer interessiert“, erzählt sie. Eine Freundin hat sie zu Italienisch gebracht. Die Freundin hat nach einem Jahr den Kurs abgebrochen,Irmgard Draxler ist dabeigeblieben, denn: „Je mehr ich gemacht habe, umso mehr habe ich mich in die Sprache verliebt.“ Außerdem wäre ihr leid gewesen, wenn sie mit der Zeit das mühsam Erlernte wieder vergessen hätte.
Jahr der Sprachen. Die UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization = Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur) hat das Jahr 2008 zum Internationalen Jahr der Sprachen erklärt. Die Vereinten Nationen möchten damit auf Sprachen hinweisen, die sozusagen „aussterben“, also immer weniger gesprochen werden. Wenn viele Menschen mehrere Sprachen sprechen, trägt das dazu bei, die Vielfalt der Sprachen und Kulturen zu erhalten, ist die UNESCO überzeugt.
Andere Kultur verstehen. Wer eine Fremdsprache lernt, kann sich mit Menschen über Grenzen hinweg leichter verständigen. Das war der Grund für Elisabeth Leitner, als Oberösterreicherin Tschechisch zu lernen. Sie hat einen Sommer-Sprachkurs in Tschechien absolviert. „Da gibt es viele gemeinsame Traditionen und doch auch Unterschiede“, erzählt sie von ihren Überlegungen. „Über die Sprache gibt es die Möglichkeit, die Menschen und die Kultur des Landes kennenzulernen.“
Lern-Gemeinschaft. Bei Sprachkursen lernt man aber auch unterschiedliche Leute kennen, die zumindest ein gemeinsames Ziel und Interesse haben. Es kann dabei eine echte Gemeinschaft entstehen. Für Irmgard Draxler war das mit ein Grund, den Kurs über Jahre zu besuchen. „Mit der Gruppe wird man immer wieder motiviert, und wenn jemand schlecht mitkommt bei einem Thema, dann helfen die anderen weiter.“ Das ist ein weiteresArgument, das dafür spricht, eine Sprache zu lernen: die geistige Herausforderung, lernen zu müssen, damit man weiterkommt. Beim Sprachkurs im Land hat auch Elisabeth Leitner interessante Menschen kennengelernt. Per E-Mail hält sie Kontakt zu einigen von ihnen. Im Alltag schafft sie es kaum, sich mit der Sprache zu beschäftigen, doch hin und wieder singt sie Lieder, die sie im Kurs gelernt hat.
- Arbeitnehmer/innen können Sprachkurse steuerlich absetzen. Informationen auf der Homepage: