Ausgabe: 2008/03, Theologie, Hofer, Gespräch, Philosophie, Glück, Leben
22.01.2008
- Josef Wallner
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Viel Glück! – Ein Wunsch, den Menschen füreinander haben. Mitten im Fasching startet die zweite Reihe von „Theologie vor Ort”. Sie geht der Frage nach, wo das Glück zu finden ist. Warum kommt es überhaupt zur Frage nach dem Glück? Und: Kann man nicht einfach nur zufrieden sein? Darum geht es bei den ersten Vorträgen von „Theologie vor Ort“. Die Kath.- Theol. Privatuniversität Linz und die KirchenZeitung arbeiten dabei mit den regionalen Bildungshäusern zusammen.
Die Gemeinheit des Glücks
Die KirchenZeitung im Gespräch mit dem Philosophieprofessor Michael Hofer
So unterschiedlich die Lebensentwürfe von Menschen auch sein mögen, eines eint sie: der Wunsch, glücklich zu sein.
Die Regale mit der Ratgeberliteratur nehmen in jeder Buchhandlung einen zentralen Platz ein. Dazu kommt das unübersehbare Angebot an Seminaren, die Hilfe zu einem glücklichen Leben verheißen. Dieser Boom ist jung, nicht aber die Frage, die dahintersteht: Wie finde ich zu einem glücklichen Leben? Die ist nämlich so alt wie die Menschheit selbst. Die gesamte antike Philosophie war eine Lehre über das geglückte Leben, erklärt Michael Hofer, Professor für Philosophie der KTU Linz: „Da der Mensch nicht wie das Tier instinktgesichert ist, müssen wir unser Leben führen, ihm eine Richtung geben. Das geht gar nicht anders.“ So haben antike Philosophen versucht, das Wesen des Menschen zu erheben und daraus die Richtung für sein Streben zu finden, das zum Glück führt. Aristoteles hat in dieser Frage bis heute gültige Maßstäbe gesetzt.
Sackgassen. „Das Gemeine am Glück liegt darin, dass ich es nicht direkt anzielen kann. Es stellt sich ein – als erfüllter Augenblick, im Nachhinein, aber man kann es nicht herstellen. Das macht uns nervös“, meint Hofer und verweist auf ein Kennzeichen der Neuzeit: die Machbarkeit. Gerade die Ratgeberliteratur will glauben machen, dass auch Glück herstellbar ist. Ein Irrtum, wie die Erfahrung zeigt. Hofer plädiert für einen reduzierten Begriff des Glücks. Er beschreibt in Anlehnung an den Philosophen Walter Benjamin: „Glück heißt sich im Spiegel zu sehen, ohne zu erschrecken.“ Glück ist eng mit der Fähigkeit verbunden, sich selbst annehmen zu können, sich selbst in seiner Lebensführung und Lebensplanung ernst zu nehmen. Diese „ästhetische“ Perspektive ergänzt der KTU-Professor um die moralische Perspektive: „Sich selbst anzunehmen heißt auch, moralisch mit sich eins zu sein, nicht nur mein eigenes Glück vor Augen zu haben, sondern auch zum Glück der anderen beizutragen.“
Thelologie vor Ort
Die KirchenZeitung, die Katholisch-Theologische Privatuniversität (KTU) Linz und die drei diözesanen regionalen Bildungszentren (Maximilianhaus, Dominikanerhaus und St. Franziskus) sowie die Linzer Citypastoral führen zum zweiten Mal die Reihe „Theologie vor Ort“ durch. Lehrende der KTU Linz zeigen in Abendvorträgen unterschiedliche Aspekte zum Jahresthema „Wo das Glück zu finden ist“ auf.
Einladung
Wo das Glück zu finden ist Unter dem Titel „Glück – reine Glückssache“ gehen die beiden Philiosophieprofessoren der KTU Linz, Florian Uhl und Michael Hofer, der Frage nach dem Glück nach. Mit ihrer philosophischen Spurensuche eröffnen sie die Reihe „Theologie vor Ort“.