Ausgabe: 2008/04, Leitartikel, Fellinger, Wie man Leben rettet, Großbritannien, Stammzellen, Angst, Hoffnung, Fehlentwicklung, Deutschland, neue Technologien, Wachsamkeit, Menschen
23.01.2008
In Großbritannien dürfen künftig tierische Eizellen zur Gewinnung menschlicher Stammzellen verwendet werden. Dabei werden menschliche und tierische Erbanlagen gekreuzt. Mit den so gewonnenen Hybrid-Embryos will man Stammzellenforschung betreiben, um wirksamer gegen Krankheiten wie Alzheimer vorgehen zu können. In Österreich ist solche Stammzellenforschung verboten, in Deutschland darf nur mit importierten Stammzellen geforscht werden – als ob diese weniger wert wären. Die Öffentlichkeit reagiert kaum. Der Angst vor Fehlentwicklungen steht offensichtlich die Hoffnung entgegen, dass, wer weiß, man eines Tages selbst profitieren könnte.Es bleibt allerdings das Dilemma: Wer garantiert, dass die neuen Technologien in der Hand derer bleiben, die das „Wohl“ der Menschen im Auge haben – und nicht etwa das Geschäft? Liefert sich der Mensch nicht damit auch ein Stück weiter menschlicher Willkür aus? Wachsamkeit scheint geboten. Dass Menschen sich auch in ihrer Gebrechlichkeit annehmen können – dazu können die Kirchen beitragen. Die Rettung des Lebens besteht nicht in seiner Verlängerung, sondern in einem Ankommen und Angenommensein.