Viele Kunden fühlen sich oft schlecht beraten, wenn sie bei ihrer Bank danach fragen, was mit ihrem Geld in diesem oder jenem Fonds gemacht wird. Ein Kurs der Katholischen Sozialakademie will das ändern.
Der Anstoß kommt vom Sozialwort der Kirchen Österreichs, sagt der Direktor der Katholischen Sozialakademie (KSÖ), Markus Schlagnitweit. Dort räumen die Kirchen mit der weit verbreiteten Meinung, Geld habe kein Mascherl und sei ein neutrales Gut, auf. Sie verweisen darauf, dass in einer Wirtschaft, in der die Finanz- und Aktienmärkte eine immer wichtigere Rolle spielen, alle, die ihr Erspartes Banken oder Vermögensberatern anvertrauen, eine hohe Verantwortung tragen. Denn sie haben es in der Hand, was mit ihrem Geld geschieht. Dient es vor allem dazu, sich möglichst rasch zu vermehren, oder soll es in Unternehmen und Projekte investiert werden, „die ihre Tätigkeit in überprüfbarer Weise nach Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtskriterien ausrichten“ (SW 201f). Die Kirchen verpflichten sich, ihr Geld nach diesen ethischen Kriterien zu investieren. Um das voranzubringen, hat die KSÖ im vergangenen Herbst einen Kurs für ethisches Investment für Finanzverantwortliche aus Kirchen und Non-profit-Organisationen durchgeführt.
Expertenschule. „Weil der Appell des Sozialwortes aber auch an alle Christ/innen gerichtet ist, wollen wir nun einen Schritt weitergehen“, sagt Schlagnitweit. „Damit Kunden, die ihr Geld nach ethischen Gesichtspunkten anlegen möchten, auch sachkundig beraten werden, bieten wir ab Ende März einen Kurs für Finanzdienstleister an. Wir mussten nämlich feststellen, dass in diesem Bereich bei den Banken und Anlageberatern ein großes Wissensdefizit herrscht. Ethische Geldveranlagung kommt in deren Ausbildung kaum vor.“ Gerade in einer Zeit, wo die Finanzmärkte sehr verunsichert sind, könnte das auch ein Wettbewerbsvorteil sein, wenn man Kunden Anlagepapiere und Sparformen anbieten kann, die nach überprüfbaren ethischen Kriterien zusammengestellt sind. Denn dazu gehört auch eine hohe Verantwortung gegenüber den Geldgebern, betont Schlagnitweit. - Alles über den Kurs: www.geldundethik.at