„Die positive Grundeinstellung zum Menschen fasziniert mich an der Theologie“, erzählt Sarah Hasibeder. Die Welserin ist seit Dezember 2007 Sprecherin der österreichischen Theologiestudierenden.
„Wir Theologiestudierenden sind eine tragende Säule für die Zukunft der Kirche“, sagt Sarah Hasibeder. Es ist eine Zukunft, an der die 24-jährige Welserin als neue Koordinatorin der Österreichischen Konferenz der Theologiestudierenden (ÖKT) in besonderem Maße mitarbeitet. Durch Vernetzung will die Konferenz wirksame Interessensvertretung für die Studierenden sein. Vor allem in der Bischofskonferenz, in der die ÖKT Sprachrohr sein soll. Ganz oben auf dem „Wunschzettel“: die Gleichbehandlung von Mann und Frau in der Kirche. „Es wird zwischen Männern und Frauen ein Wesensunterschied gezogen, der viel Potenzial verhindert. Wieso Frauen sehr bald in ihren offiziellen Funktionen innerhalb der Hierarchie beschnitten sind, hat mir noch keiner so erklären können, dass ich es versteh“, meint Hasibeder. Berufungen dürfe man nicht zunichte machen, wenn der Ruf nach dem Dienst am Menschen wesentlich sei. Und: „Nicht die Menschen müssen sich ändern, sondern die Struktur.“ So wünscht sich Hasibeder, dass in absehbarer Zeit zumindest auch Frauen zu Diakoninnen geweiht werden können.
Priester-WGs. Die Chancen auf schnelle Veränderungen seien gering, aber dennoch unumgänglich: „Ich bin überzeugt davon, dass es früher oder später neue Modelle für eine aktuelle, menschen-bejahende Kirche geben muss.“ Die Studentin der Fachtheologie und Religionspädagogik kann sich etwa vorstellen, dass Priester vermehrt in Wohngemeinschaften zusammenleben: „Man darf sie nicht zum Singleleben verdammen.“
Liebe zu den Menschen. In ihrer Heimatpfarre Wels-St. Josef seit Kindestagen engagiert, ist der Weg in die Theologie für Sarah Hasibeder dennoch nicht eindeutig: „Es war trotz allem eine ganz bewusste und auf keinen Fall einfache Grundentscheidung. Ich habe erkannt, dass mir die Liebe zum Menschen so wichtig geworden ist, dass ich gar nicht anders konnte, als Theologie zu studieren.“
„Das leben, was ich glaube“. 2003 hat sie ihr Studium in Wien begonnen, seit Herbst ist Hasibeder an der KTU Linz. Eine große Offenheit, die es erleichtert bzw. ermöglicht, Ideen zu verwirklichen, ist das, was sie hier in Oberösterreich schätzt. An der Theologie fasziniert sie generell die positive Grundeinstellung zum Menschen, meint Hasibeder: „Ich versuche mein Theologiestudium so präsent als nur irgend möglich in mein Leben einzubauen. Das nenne ich Verantwortung Gott, mir selbst und der Welt gegenüber, dass ich lebe, was ich glaube.“