An den Polen schmilzt das Eis, sagen die Klimaforscher – und warnen vor den Folgen. Es ist nicht gut, wenn Pole ihre Kraft verlieren.
Diese Woche markieren zwei Pole den Lebensrhythmus: der Faschingshöhepunkt und der Aschermittwoch als Beginn der Fastenzeit. Dabei ist keineswegs der Fasching dem „weltlichen“ Treiben vorbehalten, während man den Aschermittwoch einer jeglicher Ausgelassenheit abgeneigten Kirche zuschreibt. Beide zusammen bilden Pole des Lebens: Freude und Lebenslust, die sich über den Alltag hinaus erhebt auf der einen Seite und die Tatsache, du bist nur Staub, auf der anderen Seite. Dazwischen: das Leben. Es gelingt in der Spannung dieser beiden Pole. Wer – wie der berühmte Jedermann – die Wahrheit des Aschermittwochs zu verdrängen versucht, für den wird auch die Lebensfreude mit der Zeit schal und ohne Sinn. Wer umgekehrt aufgrund der Tatsache seiner Endlichkeit und Sterblichkeit zur Freude nicht mehr fähig ist, versäumt die Freude des Lebens. Fasching und Aschermittwoch markieren die Pole einer Batterie. Sie liefern die Spannung. Gerade in seiner Begrenztheit wird der Wert jedes noch so kleinen Glückes bedeutsam.