Ausgabe: 2008/05, Kopf der Woche, Johannes Putzinger, Lourdes, Augustiner-Chorherr, Kranke, Pilgern, Weltkirche, Marianisches Lourdes-Komitee, Wallfahrt, Maria
30.01.2008
- Hans Baumgartner
Seit zehn Jahren ist der Augustiner-Chorherr Johannes Putzinger Präsident des Marianischen Lourdeskomitees in Österreich. Heuer feiert der Wallfahrtsort das 150-Jahr-Jubiläum der Marienerscheinungen.
„Hier haben die Kranken Vorrang“. Diese Worte eine Ordners, der ihn damit zum Warten aufforderte, klingen Johannes Putzinger (47) immer noch im Ohr. „Für mich drücken sie so etwas wie ein Markenzeichen von Lourdes aus. An diesem Ort werden die Kranken und Behinderten nicht abgeschoben. Hier werden sie mit großer Wertschätzung behandelt, wird ihre Würde geachtet.“ Für Putzinger ist das einer der Gründe, warum er Lourdes „ins Herz geschlossen“ hat. Weiters schätzt er am Wallfahrtsort das Erlebnis von Weltkirche – mit all ihrer Buntheit, ihren verschiedenen Frömmigkeitsformen und ihrer oft ansteckenden Freude, „etwa wenn man afrikanischen Pilgerguppen begegnet“. Und schließlich seien es die tiefen Begegnungen mit Menschen, die „ich als Pilgerbegleiter erleben darf. Menschen, die von mir Zuspruch und Rat erhoffen, und Menschen, die auch mir weiterhelfen in meinem Leben und Glauben.“
Liebe auf den zweiten Blick. Nach seiner ersten Lourdesreise als junger Kaplan wollte er „ganz sicher dort nicht mehr hin. Aber mein damaliger Pfarrer sagte, du musst Lourdes eine zweite Chance geben. Und so ist halt eine Liebe auf den zweiten oder dritten Blick daraus geworden“, erzählt Putzinger. Nachdem er dann mehrmals an Reisen des Lourdeskomitees (MLK) teilgenommen hatte, wurde er zur Mitarbeit eingeladen. Seit 1997 ist der Stiftspfarrer von Reichersberg Präsident des MLK. Aus seiner missglückten „Erstbegegnung“ habe er gelernt, großen Wert auf eine gute geistliche Vorbereitung und Begleitung zu legen.
Mag. Johannes Putzinger: „Am Anfang hatte ich Sorge, ob ich das kann und schaffe, eine gute Verbindung zu den kranken und behinderten Pilgern herzustellen. Das war für mich ungewohnt. Heute muss ich sagen, sie sind für mich die Perlen, die mich sehr bereichern.“