Es war gut, dass Innenminister Günther Platter zur Präsentation des Integrationsberichtes der Bundesregierung ein großes Forum von Expertinnen und Experten und Medienschaffenden gewählt hat. Es war damit auch eine Demonstration gegen jene politischen Brunnenvergifter, wie sie zuletzt in Graz wieder unterwegs waren. Zu diesen Praktiken hat der Innenminister auch klare Worte gefunden. Dennoch bleibt Skepsis angebracht, wieweit es die Regierung mit einer aktiven Integrationspolitik ernst meint. Zu denken gibt, dass Platter im Vorwort zum Integrationsbericht den Wiener Caritasdirektor Landau nur insoweit zitiert, als dieser die Pflichten der Zuwanderer beschreibt und die unaufgebbaren Prinzipien eines demokratischen Rechtsstaates. Wenn es aber um die Pflichten des Staates gegenüber Zuwanderern geht, da sind Landaus Vorschläge und Mahnungen nicht mehr gefragt. So gehts nicht, Herr Minister!
In Kenia brennt die Lunte
Vergangenen Samstag wurde in Kenia der erste katholische Priester Opfer der politischen Unruhen. Das „Verbrechen“ von Michael Kamau war, dass er einen Kikuyu-Namen trug. Das genügte, dass ihn ein Kontrollposten aus dem Wagen zerren und steinigen ließ. Unter den Kirchen in Kenia geht die Angst um: Werden sie genug Autorität haben, um einen Bürgerkrieg zu verhindern und werden auch alle Kirchenführer ihre Autorität dafür voll in die Waagschale werfen? Der Völkermord in Ruanda, vorwiegend vollbracht von Christen an Christen, sollte die Kirchen mahnen, alles, aber auch alles für den Frieden zu tun.